TFZ, OTH Regensburg und Deutz AG erforschen zukunftsfähige Rapsöltechnologie
(ra) Während aktuell in Frankfurt auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) über zukünftige Antriebstechnologien bei Autos präsentiert und diskutiert wird, erforschen das Technologie- und Förderzentrum (TFZ, Straubing), die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und die DEUTZ AG (Köln) in einem gemeinsamen Projekt über die optimale Motorabstimmung für den Einsatz von Rapsölkraftstoff in Traktoren.
Ziel ist es, für die Land- und Forstwirtschaft, in der noch lange Zeit Verbrennungsmotoren gebraucht werden, eine klimaschonende Antriebstechnologie zu entwickeln. Dabei sind hohe Standards bei den Abgaswerten einzuhalten und gleichzeitig die Kundenwünsche hinsichtlich Kosten, Leistung und Kraftstoffverbrauch zu berücksichtigen. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.

Selbstzündende Verbrennungsmotoren werden trotz aller Bestrebungen nach mehr Elektromobilität noch lange Zeit in mobilen Anwendungen gebraucht werden. Überall dort, wo hohe Leistung und lange tägliche Betriebszeiten erforderlich, aber Lade- bzw. Tankzeiten, der Bauraum und das Gewicht der Maschinen limitiert sind, sind derzeit keine anderen marktfähigen Lösungen in Aussicht. Um dennoch den Anteil der Treibhausgase, welcher durch die Verbrennung fossiler Kraftstoffe entsteht, zu verringern, bietet sich der Einsatz von energiedichten und nachhaltigen Biokraftstoffen an.
„Rapsölkraftstoff ermöglicht im Vergleich zu Dieselkraftstoff eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um rund 80 Prozent. In Feldversuchen mit Traktoren der Abgasstufe I bis IV hat Rapsölkraftsoff bereits seine hohe Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt“, so Gesamtprojektleiter Dr. Edgar Remmele vom TFZ am Freitag gegenüber den Medien.
Mit diesen Erfahrungen aus der Praxis und zusätzlichen Grundlagenuntersuchungen zum Zünd- und Verbrennungsverhalten und zur Einspritzcharakteristik soll nun ein Landtechnikmotor der DEUTZ AG für die künftige Abgasstufe V und für die Anforderung hinsichtlich Klimaschutz fit gemacht werden. Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Rabl von der OTH Regensburg: „Wir freuen uns erstmalig systematisch und grundlagenorientiert ein Motorsystem samt Abgasnachbehandlung für die Verbrennung von Rapsölkraftstoff optimieren zu können. Ich bin überzeugt, dass Rapsölkraftstoff auch in der künftigen Abgasstufe V eine kundenfreundliche Alternative für Dieselkraftstoff in der Land- und Forstwirtschaft werden wird.“ Rund zwei Jahre wollen sich die Forscher Zeit nehmen, um das zukunftsfähige Antriebssystem auf den Weg zu bringen.
Sowohl das Technologie- und Förderzentrum (Halle 26, Standnr. E40) als auch die Deutz AG (Halle 16 Standnr. D19) sind vom 12. bis 18. November in Hannover auf der Weltleitmesse für Landtechnik „Agritechnica“ mit einem Messestand vertreten.