(ra) Am Entsorgungszentrum des ZAW-SR am Sachsenring 31 wird es spürbar eng. Viele Bürger*innen merken das selbst – vor allem dann, wenn sie bei Hochbetrieb ankommen und sich der Verkehr auf dem Gelände staut. Dabei läuft die Anlage schon seit Februar 2000. Was damals großzügig geplant war, reicht heute oft nicht mehr aus:

In den letzten Jahren sind neue Wertstoffarten dazugekommen, vieles wird stärker getrennt – und das Angebot wird sehr gut genutzt. Im Schnitt kommen rund 700 Kundinnen und Kunden pro Tag, das
entspricht über 200.000 Anlieferungen im Jahr. Das führt immer wieder zu Engpässen, besonders bei Sperrmüll und Sondermüll. „Hier braucht es mehr Platz und bessere Abläufe, damit alles weiterhin sicher
und geordnet funktioniert“, heißt es am Freitag vom Entsorgungszentrum.
Dazu kommt: Auch baulich ist einiges in die Jahre gekommen. Verkehrsflächen, Entwässerung und Versickerung sind sanierungsbedürftig. Bei starkem Regen bilden sich Pfützen, Wasser staut sich. Außerdem entspricht die aktuelle Ableitung des Niederschlagswassers in den Anlieferbereichen nicht mehr den heutigen Vorgaben.
Ein erstes Konzept hat das Planungsbüro KEB aus Straubing erarbeitet. Geplant ist unter anderem, das Lagergut wie Paletten, Batteriebehälter, PV-Module, Eternit oder Nachtspeicheröfen auf das gegenüberliegende Grundstück in der Leipziger Straße 9 zu verfrachten. Dadurch wird der bisher nicht öffentliche Betriebshof frei – und kann künftig als zusätzlicher Anlieferbereich genutzt werden. Vor allem die Sperrmüllannahme soll dort mehr Kapazität bekommen. Außerdem ist eine neue Verkehrsführung vorgesehen, inklusive Anpassungen am Kundenparkplatz, um gefährlichen Begegnungsverkehr zu vermeiden.
Wichtig ist den Verantwortlichen: Der Betrieb soll während der Bauzeit weiterlaufen. Eine monatelange komplette Schließung wäre kaum machbar. Auch ein Ausweichen auf den Wertstoffhof am Alfred-Dick-Ring kommt nicht in Frage – dort ist das Anlieferaufkommen schon jetzt hoch. Damit die Annahme während der Umbauphase trotzdem funktioniert, sollen Betriebshof und der Bereich in der Leipziger Straße vorübergehend wie ein Wertstoffhof genutzt werden.
Auch beim Recycling-Informations-Zentrum (RIZ) soll sich etwas verbessern: Der Schulungsraum für Umweltbildung ist derzeit in Bürocontainer ausgelagert – ebenfalls wegen Platzmangel am Entsorgungszentrum. Dieses Provisorium soll nun durch eine dauerhafte Lösung ersetzt werden. Gemeinsam mit dem Architekturbüro hiw aus Straubing ist geplant, im Flohmarktbereich einen neuen Schulungsraum in Holzbauweise zu schaffen – als zusätzliches, bislang nicht vorhandenes Obergeschoss. Das wäre ein deutlicher Schritt nach vorn: mehr Platz, bessere Ausstattung und spürbar mehr Aufenthaltsqualität als im Container.
Der Einbau des neuen Schulungsraums soll noch 2026 umgesetzt werden, ebenso die Planung und Genehmigung der Sanierung. Die weiteren baulichen Maßnahmen am Entsorgungszentrum sind für 2027 vorgesehen. Insgesamt wird die Sanierung und Neuordnung voraussichtlich rund 1,25 Millionen Euro kosten – davon etwa 225.000 Euro für den neuen Schulungsraum.
