(ra) Der FSV VfB Straubing kommt aus seinem sportlichen Tief nicht heraus. Mit einer 1:4-Niederlage beim ATSV Kelheim kassierte die Mannschaft von Trainer Franz Koller am Freitagabend die vierte Pflichtspielpleite in Folge. Dabei waren die Gastgeber über weite Strecken deutlich überlegen. Ohne mehrere Stammspieler fehlten den Straubingern erneut die Mittel, um sich gegen einen engagierten Gegner durchzusetzen.

Nach dem Pokalaus gegen den FC Künzing und den Niederlagen in Neustadt und Ergolding sollte in Kelheim die Wende gelingen. Die bisherige Bilanz sprach durchaus für die Gäste: Fünf der vergangenen sieben Auswärtsspiele in Kelheim hatte Straubing gewonnen, auch das Hinspiel ging mit 3:1 an die Koller-Elf. Doch diesmal lief von Beginn an wenig zusammen.

Früher Rückstand und nur kurze Hoffnung

Gerade einmal eine Minute war gespielt, als Thomas Riegelsberger den ATSV in Führung brachte. Kelheim zeigte sich zweikampfstark, spielfreudig und offensiv gefährlich. Besonders Riegelsberger, Nico Pollmann und Salah Ettalii beschäftigten die Straubinger Defensive immer wieder.

Dennoch kamen die Gäste zu Möglichkeiten. Max Plendl und Florian Folger scheiterten zunächst am Kelheimer Torhüter Wagner. In der 38. Minute gelang dem erst 18-jährigen Plendl schließlich der Ausgleich zum 1:1.

Die Freude hielt allerdings nur drei Minuten. Nach Vorarbeit von Ettalii brachte Dominik Schandri die Gastgeber in der 41. Minute erneut in Führung. Mit dem 2:1 ging es in die Kabinen.

Gülcü verhindert noch höhere Niederlage

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte Kelheim weitgehend das Geschehen. Straubings Torhüter Kaan Gülcü verhinderte mit drei starken Paraden einen höheren Rückstand und hielt seine Mannschaft zunächst im Spiel.

In der 78. Minute bot sich Florian Folger sogar noch die Gelegenheit zum Ausgleich. Sein Kopfball verfehlte jedoch das Ziel. Praktisch im Gegenzug traf Nico Pollmann mit einem sehenswerten Schuss zum 3:1 (79.). Salah Ettalii setzte in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem 4:1 den Schlusspunkt.

Der Sieg des ATSV, der vor der Begegnung noch auf einem Abstiegsrelegationsplatz gestanden hatte, war auch in dieser Höhe verdient.

Fünf Stammspieler fehlen – Probleme bleiben

Die angespannte Personalsituation macht dem FSV VfB zunehmend zu schaffen. Auch in Kelheim musste Trainer Franz Koller auf fünf Stammspieler verzichten. Verletzungen und Erkrankungen schränken die Möglichkeiten ein, personell und taktisch zu reagieren.

Allein auf die Ausfälle lässt sich die Niederlagenserie allerdings nicht zurückführen. Vor allem in der Defensive, bei der Zweikampfführung und in der Chancenverwertung muss sich Straubing steigern. Gegen Kelheim fehlten über weite Strecken die notwendige Stabilität und Durchschlagskraft.

Junge Spieler geben Anlass zur Zuversicht

Trotz der aktuellen Ergebniskrise steht der FSV VfB im Vergleich zu früheren Spielzeiten noch besser da. Die Mannschaft verfügt weiterhin über einen gewissen Abstand zu den Abstiegsplätzen. In den vergangenen Jahren hatte sie sich zur Winterpause häufig selbst im unteren Tabellenbereich befunden.

Zudem trägt die Integration junger Spieler aus der Region zunehmend Früchte. Nico Tavcar, Arian Ramadani, Leon Jedlicka, Simon Hack und der 18-jährige Torschütze Max Plendl haben sich bereits in der ersten Mannschaft etabliert. Ihre Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil der sportlichen Ausrichtung, braucht allerdings Zeit und Geduld.

Zwei schwere Spiele bis zur Winterpause

Mit dem TSV Langquaid und dem TV Schierling warten noch zwei anspruchsvolle Gegner auf die Straubinger. Bis dahin hofft Trainer Koller auf die Rückkehr einiger verletzter und erkrankter Spieler.

Nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge steht der FSV VfB unter Druck, vor der Winterpause wieder Punkte zu sammeln. Entscheidend wird sein, die Defensive zu stabilisieren und gleichzeitig den eingeschlagenen Weg mit den jungen Spielern fortzusetzen.