(ra) In einer virtuellen Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion im Landkreis Straubing-Bogen am Donnerstag standen zwei hochsensible Themen am Donnerstag im Mittelpunkt: die Zukunft der Klinik Bogen und die beschlossene Schließung des Internats der Staatlichen Berufsfachschule in Mitterfels. Mit dabei war SPD-Landratskandidat Oskar Saller, der insbesondere beim Thema Krankenhausversorgung mit einer weitreichenden Initiative neue Perspektiven eröffnete.

Die Lage der Klinik Bogen ist nach Darstellung der SPD-Kreistagsfraktion dramatisch. Massive Defizite, Fachkräftemangel und strukturelle Unsicherheiten würden den Fortbestand des Hauses bedrohen. Oskar Saller nutzte die Fraktionssitzung, um seinen Rettungsplan vorzustellen, der bereits über den Landkreis hinaus Aufmerksamkeit erzeugt hat: Die Umwandlung der Klinik Bogen in ein Pilotprojekt der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) nach dem Vorbild des niedersächsischen Modells „Westerstede“.

Die SPD-Kreistagsfraktion stellte sich geschlossen hinter diesen Vorstoß. Fraktionsvorsitzender Martin Kreutz sprach von einem „echten Befreiungsschlag“ und würdigte ausdrücklich die Initiative des Landratskandidaten: „Oskar Saller zeigt den Mut, die Vernetzung und den strategischen Weitblick, den es jetzt braucht. Seine Idee ist moderne Strukturpolitik und eine echte Chance für unseren Landkreis.“

Saller selbst machte deutlich, dass es sich nicht um ein theoretisches Gedankenspiel handelt. Er sei bereits mit dem Bundesministerium der Verteidigung in Kontakt und hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius direkt angeschrieben. Ziel sei ein bayerisches Pilotprojekt, ein „Westerstede Light“, das zivile Gesundheitsversorgung und militärische Anforderungen intelligent verzahnt.

Die strategische Lage der Klinik Bogen spiele dabei eine zentrale Rolle. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Graf-Aswin-Kaserne in Bogen, das Sanitätslehrregiment in Feldkirchen und das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen. Kreisrat Josef Eisenhut hielt fest, dass „gerade vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen ‚Zeitenwende‘ und des geplanten Personalaufwuchses der Bundeswehr – allein in Feldkirchen um rund 600 Soldaten bis Herbst 2026 –eine leistungsfähige Klinik unverzichtbar ist“.

Rückendeckung erhalte Saller eigenen Angaben zufolge auch aus medizinisch-militärischen Kreisen. Dr. Robert Töpsch vom Sanitätslehrregiment Feldkirchen bescheinigte der Klinik Bogen eine hohe fachliche Qualität und betonte den bereits heute reibungslosen Austausch zwischen ziviler und militärischer Medizin. Gerade in Krisen- und Katastrophenfällen sei diese Zusammenarbeit von unschätzbarem Wert – für die Bevölkerung wie für die Bundeswehr.

Die SPD-Fraktion kündigte an, einen Antrag an den Kreistag und den Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens zu stellen, um die Initiative offiziell aufzugreifen und gemeinsam voranzutreiben. Saller appellierte an alle Beteiligten: „Wir haben eine historische Chance. Mit Unterstützung aus Berlin können wir die Klinik Bogen dauerhaft sichern. Wir lassen unsere Klinik nicht allein.“

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