(jh) Mit einer Fahrzeugsegnung hat am Samstag der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) auf dem Wertstoff- und Betriebshof am Altfred-Dick-Ring eine neue Abfuhrflotte offiziell in Betrieb genommen. Zahlreiche Gäste, darunter Verbandsrät*innen und vor allem Mitarbeitende des Abfuhrbetriebs, nutzten die Gelegenheit, die neuen Fahrzeuge aus nächster Nähe kennenzulernen. Dabei auch der ehemalige Geschäftsführer Anton Pirkl.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land investierte fast drei Millionen Euro in neun neue Abfallsammelfahrzeuge, zwei Abrollcontainer sowie einen Umschlagbagger. Es handelt sich bereits um die dritte Fahrzeuggeneration, seit der Abfuhrbetrieb im Jahr 2010 in Eigenregie übernommen wurde.
Bei Minus sieben Grad würdigte Geschäftsleiter Gangolf Wasmeier vor allem die Leistung der Mitarbeitenden. Die Müllwerker*innen seien täglich für die Bevölkerung unterwegs, unabhängig von Witterung und Jahreszeit. Ob bei Minusgraden im Winter oder großer Hitze im Sommer: Die Arbeit werde zuverlässig erledigt. Gleichzeitig betonte Wasmeier, dass der ZAW-SR in diesem Bereich mit stabilen Kosten arbeite. Und dafür harrten die Besucher am Freitag auch optimistisch aus.
Bei der europaweiten Ausschreibung erhielt der Fahrzeughändler Freitag aus Straubing und Aicha vorm Wald mit Iveco den Zuschlag, der Aufbau stammt vom Unternehmen Terberg HS. Verbandsvorsitzender Landrat Josef Laumer verwies in seinem Grußwort auf die internationale Entstehung der Fahrzeuge: Fahrgestell und Aufbau kommen aus Spanien, der Motor aus Italien, der Lifter aus den Niederlanden. Zusammengebaut wird alles im niedersächsischen Emstek. Moderne Nutzfahrzeuge, so Laumer, seien heute ein europäisches Gemeinschaftsprodukt.

Landrat Laumer bezeichnete die neue Flotte als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. In diesem Jahr blickt der Zweckverband auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Der Erfolg des ZAW-SR liege aus seiner Sicht in der Verbindung von fachlicher Kompetenz und menschlicher Stärke in der Führung. Die Fahrzeuge seien weit mehr als reine Technik – sie seien tägliche Begleiter der Mitarbeitenden und zugleich sichtbare Botschafter im Straßenverkehr. Entsprechend wurde auch die optische Gestaltung weiterentwickelt. Unter dem Leitsatz „Gemeinsam für eine saubere Zukunft“ und dem Zusatz „ZAW-SR – wir schließen Kreisläufe“ soll die neue Beklebung das gemeinsame Ziel von Nachhaltigkeit und Verantwortung nach außen tragen.
Der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, hob hervor, dass das Aufgabenspektrum des ZAW-SR weit über die reine Abfallsammlung hinausgehe. In der Umschlaghalle werde Altpapier für den Weitertransport verladen, Sperrmüll dort sogar nachsortiert. Das sei gelebte Kreislaufwirtschaft – praktisch, täglich und sichtbar. Der neue Umschlagbagger bewege jährlich rund 20.000 Tonnen Papier, Sperrmüll, Nichtverpackungskunststoffe und Restmüll.
Pannermayr unterstrich zudem die Dimension der täglichen Arbeit: „Rund 125.000 Abfallsammelbehälter sind beim ZAW-SR registriert, im Schnitt werden etwa 10.800 Leerungen pro Tag durchgeführt. Pro Jahr kommen rund 330.000 Kilometer in etwa 27.000 Betriebsstunden zusammen, dabei werden rund 44.800 Tonnen Abfall eingesammelt. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig Investitionen in Arbeitsschutz, Qualität und eine verlässliche Entsorgung für die Menschen im Verbandsgebiet sind.“
Gesegnet wurden die Fahrzeuge durch den katholischen Geistlichen Martin Nissen und seinem Kollegen Dirk Hartleben von der evangelischen Kirchengemeinde.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand damit nicht nur die Technik, sondern vor allem die Leistung der Mitarbeitenden und der Anspruch, Kreisläufe zu schließen, hervorzuheben.

Betriebsleiter Andreas Asen stellte im Anschluss die technischen Details der neuen Fahrzeuge vor und lud die Gäste zu einem Rundgang ein. Dabei wurde deutlich, dass bei der Auswahl konsequent auf einen hohen technischen Standard gesetzt wurde – immer mit Blick auf Sicherheit, Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit.
Ein paar technische Daten:
8 x Vierachs-LKW und 1 x Dreiachs-LKW
Motorleistung: 13 Liter Hubraum 460 PS
Gesamtgewicht: 32 Tonnen (gesetzlich), 35 Tonnen (technisch)
Zuladung: 14,5 Gewichtstonnen bei einem Volumen von 28 Kubikmeter (entspricht zirka 1.750 Restmülltonnen (80 Liter)
Zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen wie etwa Trittbrettüberwachung, Ultraschalleinheit zur Erkennung von Hindernissen, automatische Towinkelüberwachung etc.
