(rp) Zwei Aufstellungsversammlungen binnen drei Wochen hat die LandkreisSPD auch noch nicht gehabt. Nach der erfolgreichen Wahl der Bewerber*innen für den Kreistag Mitte Dezember in Straßkirchen, erfolgte am Montag – kurz vor Meldeschluss – im Gasthaus „Fischer Veri“ in Mitterfels die Wahl des Landratskandidaten. Mit einstimmiger Mehrheit wurde Oskar Saller aus Bogen, SPD-Mitglied seit dem 2. Januar, zum Landratskandidaten gewählt.

SPD-Kreisvorsitzender Martin Kreutz zeigte sich sehr erfreut, dass die Landkreis-SPD nun einen vierten Kandidaten ins Rennen um den Landratsposten schicken kann.
SPD als soziale Alternative
Oskar Saller beschrieb seinen beruflichen und politischen Werdegang. Dabei legte er Wert darauf, dass er seine politische Karriere 1986 als CSU-Ortsvorsitzender in Oberalteich begann. Er kenne die Hochs und Tiefs der Kommunalpolitik, er kenne aber auch die Höhen und Tiefen als Unternehmer und Mensch. „Die SPD ist die Partei, in die ich schon viel früher hätte eintreten müssen“, setzte Saller ein erstes Ausrufezeichen: „Die SPD ist die Partei, die für soziale Gerechtigkeit, für Chancengleichheit und das Wohl der Menschen steht.“
„Am 8. März über die Arbeit der vergangenen Jahre entscheiden“
Die SPD müsse wieder als starke politische Kraft wahrgenommen werden, sie dürfe sich nicht weiter unter Wert verkaufen, so Saller weiter. „Die Arbeit der vergangenen Jahre muss am 8. März Früchte tragen, wenn die Bürgerinnen und Bürger über die geleistete Arbeit und die zukünftigen Ziele entscheiden. Die Kandidaten der SPD sind Menschen, die mit Herzblut und Sachverstand für eine bürgernahe Politik eintreten“, sandte Saller als donnernde Botschaft für die Kommunalwahl aus.
Ihm sei es wichtiger für eine demokratische Partei zu kämpfen, als Populisten zu verfallen. Es gehe ihm um eine Politik der Menschlichkeit, einen funktionierender ÖPNV, eine stabile Gesundheitsvorsorge, gerechte Bezahlung, Respekt, Ehrlichkeit und Transparenz – „dies sind für mich keine leeren Phrasen, sondern das Fundament meiner Arbeit!“
„Der Landkreis Straubing-Bogen ist ein Fundament voller Risse – ein eindeutiger Sanierungsfall„
Oskar Saller
Wie sehr er sich in diese Belange eingearbeitet hat, soll Sallers „Landkreisanalyse“ zeigen: „Der Landkreis Straubing-Bogen ist ein Sanierungsfall, das Fundament voller Risse!“ Ein „weiter so“ dürfe es nicht geben. „Damit ist jetzt Schluss!“, so seine Kampfansage. Als „Fehler im System“ machte Saller die Aufgabe der Berufsschule in Bogen aus, die vielen Betrieben die Auszubildenden kostete. Nun mache man mit der Berufsschule in Bogen den gleichen Fehler – ohne Internat hätte die Schule keinen Bestand.
Gleiche gelte für das Krankenhaus Bogen: Hier wären in den letzten Jahrzehenten 30 Millionen Euro in das Haus investiert worden, das Überleben überließe man unfähigen Gesundheitsminister*innen auf Bundes- und Landesebene. Saller versprach den Ausbau eines Gesundheits-Campus-Bogen. Weiter ging es mit dem „kleinen Hochwasserschutz“ abseits der Donau: Die klimabedingten Schadensereignisse würden sich in den kommenden 20 Jahren versiebenfachen, so Saller – ein Hochwasserschutz bei Starkregenereignissen durch interkommunale Zusammenarbeit unter Federführung des Landratsamtes wäre seine Lösung.
Landratsamt muss modernster Dienstleister Bayerns werden
Oskar Saller erklärte, wie er das bewerkstelligen wolle: „Das Landratsamt muss digital und effizient werden – der modernste Dienstleister Bayerns“. Die Jugendarbeit, die medizinische Versorgung, die Senkung der Kreisumlage wolle er zur „Chefsache“ machen. 2026 würden die Weichen neu gestellt.
Erste Statements von der SPD-Basis
Der Mitterfelser Ortsvorsitzende Heinz Uekermann und der stellvertretende UB-Vorsitzende Marvin Kliem setzten erste Pflöcke für den anstehenden Kommunalwahlkampf. Während Uekermann auf die Problemfelder im Landkreis einging, und ein „weiter so“ nicht als zielführend ansah, erinnerte Kliem an die historische Verantwortung der SPD den blaubraunen Rattenfängern sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Paroli zu bieten. Die SPD sei die echte Alternative und garantiere den sozialen Zusammenhalt.
In der anschließenden Aussprache brachen Beate Seitz-Weinzierl und Claudia Ebner eine Lanze für den Kandidaten und so war es nicht verwunderlich, dass auch diese Abstimmung mit 100 Prozent zu Gunsten Oskar Sallers als SPD-Landratskandidaten ausfiel.
