(ra). Was haben die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Pharmaindustrie gemeinsam? Beides sind wesentliche Wirtschaftszweige in Niederbayern und beide benötigen sogenannte Schraubenkompressoren. Sie ermöglichen etwa in der Produktion eine ebenso zuverlässige wie konstante Druckluftversorgung, die die Basis für einen effizienten und reibungslosen Betrieb bildet.

Schraubenkompressor

Was versteht man unter einem Schraubenkompressor?

Eine große Produktionsanlage – etwa für pharmazeutische Erzeugnisse – benötigt einen gleichbleibenden Duftluftstrom, um zuverlässig zu funktionieren. Um diesen zu erzeugen, kommen sogenannte Schraubenkompressoren zum Einsatz.

Hierbei handelt es sich um eine besondere Art des Luftkompressors. Dieser nutzt zwei ineinandergreifende Rotoren, um Luft zu verdichten. Sie drehen sich, fangen dabei die Luft ein und komprimieren sie. Durch den dabei entstehenden Druck gelangt der Luftstrom gleichmäßig durch das System.

Die Maschinen eignen sich für industrielle Anwendungen, die eine konstante Luftförderung erfordern.

Wie funktioniert ein Schraubenkompressor und welche Vorteile bringt er mit sich?

Im Verdichterelement eines Schraubenkompressors befinden sich die beiden bereits erwähnten Rotoren, die drehend ineinandergreifen. Gelangt Luft in den Kompressor, schließen die Rotorgewinde sie ein. Durch die weitere Drehung der Rotoren verringert sich ihr Abstand zueinander. Folglich wird die Luft zusammengepresst, bis sie den Auslass erreicht.

Für die Tablettenherstellung sind ölfreie Schraubenkompressoren inzwischen unverzichtbar. – Foto: Pixabay

Für Anwendungen, bei denen Druckluft mit einem Druck von mehr als zehn bar erforderlich ist, sind Hochdruck-Schraubenkompressoren gefragt. Als erfahrener Hersteller von Industriemaschinen hält Cormak Verdichter für technologische Prozesse bereit, die einen Druck von 14 oder sogar 20 bar benötigen.

Ölfrei verdichtend und ölgespritzt

Wichtig ist bei Schraubenkompressoren die Unterscheidung zwischen öleingespritzten und ölfrei verdichtenden Modellen.

Erstere befinden sich häufiger in Anwendung. Sie nutzen Öl als Schmierung, Kühlung und Abdichtung. Insbesondere die Kühlung trägt dabei dazu bei, niedrigere Betriebstemperaturen aufrechtzuerhalten und das Verschleißrisiko zu verringern.

Da sowohl in der Pharma- als auch in der Lebensmittelindustrie Verunreinigungen vorgebeugt werden muss, kommen hier ausschließlich ölfreie Verdichter zum Einsatz. Dabei treibt ein Steuerrad die beiden Rotoren an, sodass sie sich nicht berühren. Eine Schmierung im Verdichtungsraum ist dadurch nicht notwendig.

Tipp: Beide Varianten stehen mit fester oder variabler Drehzahl zur Auswahl. Bei Letzteren lässt sich die Motordrehzahl abhängig vom erforderlichen Luftbedarf anpassen. Der Vorteil hierbei kann in erheblichen Energieeinsparungen bestehen.

Die wichtigsten Vorteile von Rotor-Luftverdichtern im Überblick

Zu den wesentlichen Vorzügen von Schraubenkompressoren gehört ihre Fähigkeit, durchgehend zu funktionieren, ohne dabei zu überhitzen. Sowohl für die Fertigungsindustrie als auch für das Bauwesen sind sie daher inzwischen unverzichtbar.

Speziell in der Fertigungsindustrie gehören Verdichter zu den produktionsentscheidenden Maschinen. – Foto: Pixabay

Ebenso erwähnenswert ist bei den Maschinen die hohe Energieeffizienz – insbesondere bei den Varianten mit drehzahlgeregeltem Antrieb. Somit ermöglichen sie teils hohe Kosteneinsparungen.

Der Betrieb von Schraubenkompressoren ist vergleichsweise leise. Sie besitzen im Vergleich zu Kolbenkompressoren weniger bewegliche Teile. Für Unternehmen bedeutet das:

  • geringere Wartungszeiten
  • geringere Ausfallzeiten
  • geringere Betriebskosten insgesamt

Bevor sie sich jedoch für einen Schraubenkompressor entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten technischen Parameter. Genannt seien hier vor allem der Betriebsdruck, der Volumenstrom und die Motorleistung.

Entscheidend für den reibungslosen Dauerbetrieb ist, dass der Verdichter druckstabil funktioniert.

Wo kommen Schraubenkompressoren zum Einsatz?

Schraubenkompressoren – mit und ohne Öl als Schmiermittel – finden in zahlreichen Bereichen Anwendung:

  • Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie: Ölfreie Luftverdichter sind für verschiedene Verpackungsprozesse gefragt.
  • Gesundheitswesen: Ölfrei verdichtende Modelle liefern Luft für medizinische Geräte und Prozesse. Entscheidend dabei sind Sauberkeit und Kontaminationsfreiheit.
  • Bauwesen: Viele Elektrowerkzeuge, darunter Sandstrahler und Hydraulikhämmer, sind auf eine konstante Luftdruckversorgung durch öleingespritzte Schraubenkompressoren angewiesen.

Insbesondere in der Fertigung unterstützen die Verdichter durch ihren kontinuierlichen Betrieb automatisierte Produktionsprozesse.

Damit etwa bei der Herstellung von Maschinenteilen keine Schäden durch eine hohe Luftfeuchtigkeit entstehen, sind Schraubenkompressoren mit Trockner eine gute Wahl.

Insbesondere in Druckluftanlagen sind sie zusammen mit Filtern entscheidend, um eine hohe Luftqualität zu erreichen.

Diese Fehler können bei der Wahl eines Kompressors drohen

Um Unternehmen die Kompressorauswahl zu erleichtern, lohnt sich ein Blick auf häufige Fehler beim Kauf und Möglichkeiten, diese zu vermeiden:

Die Wahl der falschen Technologie

Oft wird ein Kolbenkompressor genutzt, wo eigentlich ein Schraubenkompressor erforderlich wäre. Diese Fehlinvestition lässt sich durch eine einfache Frage vermeiden: Benötigt die Anwendung, für die der Kompressor gedacht ist, einen gleichmäßigen Druckluftstrom?

Lautet die Antwort „Ja“, ist ein Schrauben- gegenüber einem Kolbenkompressor im Vorteil.

Die Wahl der falschen Größe

Um zu verhindern, dass der Kompressor zu klein oder zu groß ausfällt, hilft ein Blick auf die benötigte Luftmenge. Sowohl der Betriebsüberdruck als auch der maximale Druckluftvolumenstrom sind dabei größenentscheidend.

Die falsche Druckluftqualität

In der Pharma- und Lebensmittelindustrie kommen ölgespritzte Schraubenkompressoren natürlich nicht infrage. Doch auch in der Fertigung können sie einen zusätzlichen Filter erfordern, um eine hohe Druckluftqualität zu ermöglichen. Sie kann Schäden am Fertigungsgut und damit höhere Betriebskosten vermeiden.