(pol) Nach mehr als einem Jahr intensiver Ermittlungen hat die Polizeiinspektion Wörth a. d. Donau im Fall eines tödlichen Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht bei Riekofen eine Tatverdächtige identifiziert. Den aktuellen Stand präsentierten die Ermittler am Freitag in einem Mediengespräch im Polizeipräsidium Oberpfalz. Die Spur führte in den Landkreis Straubing-Bogen.
Erster Polizeihauptkommissar Thomas Wagner, Leiter der Polizeiinspektion Wörth a. d. Donau, und Polizeihauptkommissar Josef Neft, stellvertretender Leiter der Inspektion, informierten am Freitag über die Entwicklung seit dem Unfall in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2024. Auf der Verbindungsstraße zwischen Sünching und Riekofen kam damals der 24-jährige Vinzenz L. ums Leben. Er hatte zuvor den Sünchinger Markt besucht. Der oder die Verursacher*in war nach dem Geschehen geflüchtet.
Für die Ermittlungen gründete die Polizeiinspektion Wörth an der Donau gemeinsam mit Kräften der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg und der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg die Ermittlungsgruppe „BAO Unfallflucht“. Im Verlauf der Untersuchungen änderte sich auch die Rekonstruktion des Hergangs: Entgegen der ersten Einschätzung eines Gutachters, wonach Vinzenz L. von einem Fahrzeug angefahren worden sein soll, ergaben die weiteren Ermittlungen, dass der 24-Jährige bereits auf der Straße gelegen haben muss, als er von einem Auto überfahren wurde. Die dabei entstandenen Verletzungen waren so schwer, dass er noch an der Unfallstelle starb.
Die Ermittler setzten nach Bekanntwerden des Vorfalls umfassende Fahndungsmaßnahmen an. Es gingen mehrere Zeugenhinweise ein, die überprüft wurden. Zudem fanden umfangreiche Fahrzeugüberprüfungen im Raum Riekofen statt. Insgesamt wurden rund 2.500 Fahrzeuge kontrolliert.
Auch nach einem Jahr liefen die Ermittlungen weiter. Zum Sünchinger Markt wurde ein Banner mit dem Foto des Getöteten und der Aufschrift „Warum musste ich hier sterben?“ aufgestellt. Die Aktion stieß auf großes mediales Interesse und führte zu weiteren Hinweisen, die laut Polizei jedoch nicht den entscheidenden Durchbruch brachten.
In den vergangenen Wochen erhärtete sich der Verdacht aufgrund umfassender Ermittlungen und technischer Auswertungen gegen eine 52-jährige Frau aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Regensburg wurden unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Regensburg am 17. Dezember das Fahrzeug sowie technische Geräte der Frau und ihrer Familienmitglieder beschlagnahmt. In der Folge identifizierten die Ermittler die 52-jährige Frau als Fahrerin des Unfallfahrzeugs. Im Rahmen einer Vernehmung räumte sie die Fahrereigenschaft ein.
Zu den Hintergründen des Unfallgeschehens wird weiterhin ermittelt.
