(ra) Studierende der Technischen Hochschule Deggendorf haben in Heidelberg erlebt, wie eng Medizin, Recht und kriminalistische Analyse in der Rechtsmedizin zusammenarbeiten. Für die Bachelor-Studiengänge Außerklinische Akut- und Notfallversorgung sowie Physician Assistant an der Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften war der Besuch am Universitätsklinikum Heidelberg zugleich fachliche Vertiefung und besondere Exkursionserfahrung.

Begleitet wurden die Studierenden am Mittwoch und Donnerstag von ihren Dozierenden Prof. Dr. Kathrin Burgmaier und Prof. Dr. Dr. Mathias Burgmaier. Vor Ort durften sie einer Lehrsektion der Leitenden Oberärztin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin, Privatdozentin Dr. Katharina Feld, beiwohnen und die Arbeit in der Rechtsmedizin aus nächster Nähe kennenlernen.
Einblicke in forensische Praxis und präzise Abläufe
Bereits im Sommersemester 2025 hatte ein Jahrgang des Studiengangs Physician Assistant das Universitätsklinikum Heidelberg besucht. „Für uns war das unheimlich beeindruckend – ein Erlebnis, das sicherlich ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird“, berichteten damals Barbara Silva Salla und Vanessa Prothmann, Semestersprecherinnen im vierten Semester.
Auch beim aktuellen Besuch vermittelte das Team in Heidelberg eindrucksvoll, wie forensisch-medizinische Expertise, präzises Arbeiten und interdisziplinäre Zusammenarbeit ineinandergreifen. Die Studierenden erhielten zudem einzigartige Einblicke in die Pathophysiologie, also die Lehre der Ursachen und Abläufe von Krankheiten.
Todesfallaufklärung und Schnittstellen zwischen Medizin und Recht
Als besonders eindrücklich beschrieben die Teilnehmenden die strukturierte Ursachenforschung im Rahmen der Todesfallaufklärung sowie die fundierte Beantwortung staatsanwaltschaftlicher Fragestellungen. Die Rekonstruktion des vermuteten Unfallhergangs zeigte exemplarisch die Schnittstellen zwischen Medizin, Recht und kriminalistischer Analyse.
Damit erweitert die Exkursion das Lehrangebot um eine Perspektive, die in der Gesundheitsversorgung zunehmend relevant ist: das Verständnis für rechtsmedizinische Arbeitsweisen und deren Bedeutung in komplexen Fallkonstellationen.
Kinderschutz als Thema für alle Professionen
„Die Kollegin Feld in Heidelberg ist außerdem eine ausgewiesene Expertin bei Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung“, berichtet Kathrin Burgmaier. Das sei ein Thema, das alle Professionen in der Gesundheitsversorgung und Medizin betreffe und ihr selbst als Kinderärztin besonders am Herzen liege.
„Kinderschutz geht uns alle an, die wir mit Kindern und ihren Familien arbeiten. Daher bin ich besonders dankbar, dass wir mit verschiedenen Professionen am rechtsmedizinischen Blick auf dieses Thema teilhaben dürfen“, so die Professorin. Sie hoffe, dass zukünftig möglichst alle Professionen im Gesundheitswesen diese wichtige Ausbildung bekommen.
Kooperation soll fortgeführt werden
Auch Privatdozentin Feld zeigte sich hocherfreut über den gemeinsamen Ansatz mit der THD: „Wir unterrichten seit jeher Studierende der Medizin – aber ich freue mich besonders auch über das Interesse von Notfallsanitäter*innen und Physician Assistants an unserer Arbeit und unseren Fragestellungen. Ich denke, das ist ein Gewinn für alle.“
Bereits im Dezember 2024 hatte die AGW ihr Lehrspektrum um das Gebiet der Rechtsmedizin erweitert und macht seitdem ihren Studierenden dieses zusätzliche Angebot in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg. „Das Interesse seitens der Student*innen ist enorm“, bestätigt THD-Professorin Burgmaier. Deshalb werde die Kooperation im Rahmen von weiteren Exkursionen und Gastvorträgen auch im Sommersemester 2026 fortgesetzt.
