(ra) Hämmern in der Dorfschmiede, der Duft von frisch gebackenem Bauernbrot und filigrane Arbeiten mit Nadel und Faden: Das Freilichtmuseum Finsterau lässt am Sonntag, 23. August traditionelles Handwerk wieder lebendig werden. Von 13 bis 16 Uhr können Besucher auf dem gesamten Museumsgelände Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Dabei reicht die Palette vom Schmieden und Rechenmachen bis zum Spinnen, Sticken und Klöppeln.

In der Dorfschmiede geht es besonders kräftig zur Sache. Der Schmied lässt seinen Hammer auf den Amboss niedergehen und zeigt, wie aus scheinbar unbeugsamem Eisen Türbeschläge, Ketten oder Hufeisen entstehen.
Bauernbrot frisch aus dem Steinbackofen
Am Kappl-Hof steht dagegen der Steinbackofen im Mittelpunkt. Bevor die Brotlaibe hineingeschoben werden können, kneten die Bäckerinnen den Teig für die traditionellen Bauernbrote in einem großen Holztrog. Besucher können verfolgen, wie der Backofen bestückt wird und das Brot entsteht. Die noch warmen Laibe werden anschließend direkt vor Ort verkauft.
Ebenfalls am Kappl-Hof ist der Rechenmacher bei der Arbeit. Er zeigt, wie viel Erfahrung und Genauigkeit notwendig sind, um einen traditionellen Holzrechen herzustellen. Dabei erfahren die Besucher auch, warum für einen einzigen Rechen unterschiedliche Holzarten verwendet werden.

Von Lebkuchen bis zum Kreuzstich
Feiner geht es an anderer Stelle zu. Lebkuchen werden mit ruhiger Hand kunstvoll verziert. Im Nachbargebäude entstehen aus Schafwolle und Flachs am Spinnrad Garne – beobachtet von den Waldschafen hinter dem Zaun.
In der Stube des Kappl-Hofs demonstriert Ingrid Grimbs die Kunst des Kreuzstichs. Mit viel Fingerfertigkeit entstehen auf feinem Leinen kunstvolle Stickereien.
Stoffdruck, Klöppeln und Goldhauben
Auch der Tanzerhof wird zur Handwerksstube. Andrea Schuster-Haselberger und Heidi Schlögl zeigen dort unterschiedliche Techniken. Unter anderem entstehen dekorative Blumen und warme Pantoffeln. Mit Stoffdruck werden zudem Stoffe, Tücher und Karten zu individuellen Einzelstücken.
Besondere Geduld ist im Paul-Friedl-Haus gefragt. Dort zeigen Handarbeiterinnen, wie nach aufwendigen Mustern geklöppelt wird und wie die traditionellen Goldhauben ihre kunstvollen Stickereien erhalten.
Damit bietet der Handwerkssonntag einen Einblick in Arbeiten und Techniken, die früher zum Alltag auf dem Land gehörten und heute nur noch selten unmittelbar zu erleben sind. Für das leibliche Wohl sorgen die Tafernwirtschaft „Ehrn“ und das Café Heimat.
