(ra) Wie wurde ein Acker bestellt, als es noch keine Traktoren gab? Und wie werden aus Äpfeln, Birnen oder Zwetschgen hochwertige Edelbrände? Zwei ganz unterschiedliche Seiten des früheren und heutigen Landlebens können Besucher am Sonntag, 23. August im Freilichtmuseum Massing kennenlernen. Auf dem Programm stehen Vorführungen mit Pferd und Pflug sowie Einblicke in die traditionelle Herstellung von Obstbränden.

Auf dem Feld zwischen Görgenmannsölde und Freilinger Häusl wird um 10 und 13 Uhr gezeigt, wie früher mit Pferden gepflügt wurde. Dabei wird deutlich, dass nicht allein die Kraft der Tiere entscheidend war.

Wenn Pferd und Pflüger ein Team sein mussten

Mensch und Tier mussten genau aufeinander eingespielt sein. Während die Pferde den Pflug zogen, führte der Pflüger das Gespann und musste gleichzeitig darauf achten, den Pflug in der Spur zu halten. Möglichst gleichmäßige Furchen waren das Ziel.

Pferdekraft – Foto: Freilichtmuseum Massing

Historische Geräte und echte Pferdekraft vermitteln den Besuchern einen Eindruck davon, wie anstrengend die Feldarbeit einst war. Was später Traktoren und moderne Landmaschinen übernahmen, verlangte früher viel körperliche Arbeit und Erfahrung.

Gerade im Rottal hatten Pferde auf größeren Bauernhöfen eine besondere Bedeutung. Sie waren wichtige Arbeitstiere und zugleich ein Zeichen dafür, dass ein Hof wirtschaftlich gut aufgestellt war. Mit der zunehmenden Motorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Pferde nach und nach von den Feldern.

Wie die Frucht in die Flasche kommt

Einen völlig anderen Bereich ländlicher Tradition präsentiert am selben Tag die Rottaler Brennerei aus Eggenfelden. Bei „Die Welt der Brände“ erfahren die Besucher um 13 und 15 Uhr, wie aus heimischen Früchten Edelbrände entstehen.

Dabei beginnt die Qualität lange vor dem eigentlichen Brennvorgang. Reife und gesunde Äpfel, Birnen, Zwetschgen und andere Früchte bilden die Grundlage. Anschließend sind Erfahrung und Sorgfalt bei der Gärung und beim Brennen gefragt.

Die Rottaler Brennerei verarbeitet überwiegend Obst aus der Region und greift dabei auch auf Hunderte eigene Obstbäume zurück. Auf künstliche Farb- und Aromastoffe wird verzichtet. Im fertigen Brand soll vor allem der natürliche Charakter der jeweiligen Frucht erhalten bleiben.

Zwei Seiten bäuerlicher Tradition

Damit spannt das Freilichtmuseum Massing an einem Tag einen weiten Bogen: von schwerer körperlicher Arbeit mit Pferd und Pflug bis zur handwerklichen Herstellung feiner Obstbrände.

Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Internetseite des Freilichtmuseums Massing.