(ra) Der ehemalige Standort von TE Connectivity in Niederwinkling hat eine neue Perspektive. Nach der Übernahme durch den Unternehmer Franz Hilmer haben sich mit der Bundesagentur für Arbeit und ERNI Deutschland zwei langfristige Mieter angesiedelt. Bei einer Begrüßungsfeier am Freitag stellten die Beteiligten die weitere Entwicklung des Gewerbe- und Verwaltungsstandorts an der Bernrieder Straße vor.

Erst vor wenigen Wochen hatte die eigens gegründete Hilmer Real Estate Vermögens GmbH & Co. KG die Immobilie übernommen. Neben Franz Hilmer sind auch seine drei Kinder Sebastian, Matthias und Lena an dem Familienunternehmen beteiligt.

Bundesagentur beschäftigt mehr als 20 Mitarbeiter

Die Bundesagentur für Arbeit hat das gesamte erste Obergeschoss des Bürokomplexes angemietet. Die neue Außenstelle entlastet die Inkassostelle am bisherigen Standort in Bogen, wo zusätzliche Büroflächen benötigt werden. In Niederwinkling arbeiten inzwischen mehr als 20 Beschäftigte. Die Leiterin der Inkassostelle, Frau Schröder, betonte bei der Begrüßungsfeier die Vorteile der modernen Räumlichkeiten. Diese böten gute Voraussetzungen für digitalisierte Arbeitsabläufe und zeitgemäße Arbeitsplätze.

Auch ERNI Deutschland bleibt dem Standort erhalten. Standortleiter Claus Kleedörfer erinnerte an die schwierige Phase der Produktionsverlagerung. Durch die langfristigen Mietverträge bestehe nun Planungssicherheit für die weiterhin in Niederwinkling tätigen Unternehmensbereiche.

Schwierige Verhandlungen vor dem Kauf

Franz Hilmer berichtete, dass dem Erwerb monatelange Verhandlungen vorausgegangen waren. Zeitweise habe es so ausgesehen, als würde ein anderer Interessent den Zuschlag erhalten.

Ausschlaggebend für seine Kaufentscheidung seien schließlich die Bereitschaft von ERNI zur weiteren Anmietung und das Interesse der Bundesagentur für Arbeit gewesen. Hilmer dankte insbesondere Bürgermeister Ludwig Waas und dem Vorstand des Kommunalunternehmens, Christian Pfeffer, für ihre Unterstützung während der Verhandlungen.

Landrat sieht wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort

Landrat Tobias Beck würdigte den unternehmerischen Mut Hilmers. Die Investition in die Gewerbeimmobilie sei gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein positives Signal für den Landkreis Straubing-Bogen.

Bürgermeister Ludwig Waas erinnerte daran, dass von der früheren Produktionsverlagerung mehr als 140 Arbeitsplätze betroffen waren. Große Teile der Hallen und Büroflächen standen anschließend leer. Die Zukunft des Areals sei damals ungewiss gewesen.

Mit dem neuen Eigentümer und den langfristigen Mietverhältnissen habe die Immobilie wieder eine Perspektive erhalten. Die Gemeinde werde die weitere Entwicklung unterstützen.

Familienunternehmen setzt auf langfristige Nutzung

Die Hilmer Real Estate will den Standort dauerhaft weiterentwickeln. Dass mit Sebastian, Matthias und Lena Hilmer bereits die nächste Generation in die Eigentümergesellschaft eingebunden ist, unterstreicht nach Angaben des Unternehmens die langfristige Ausrichtung.

Mit der Ansiedlung der Bundesagentur für Arbeit und dem Verbleib von ERNI sind wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den ehemaligen TE-Connectivity-Standort wieder dauerhaft als Arbeitsplatzstandort in Niederwinkling zu nutzen.