(ff) Ein Bus, der selbstständig über Landstraßen fährt, aber gelegentlich menschliche Hilfe benötigt: Die Kreistagsfraktion SPD/Die Linke hat das Pilotprojekt zum autonomen Fahren im Landkreis Straubing-Bogen getestet. Bei einer anschließenden Fraktionssitzung standen außerdem die Zukunft der Kreismusikschule, Straßenbauprojekte und die finanzielle Situation der Jugendhilfe auf der Tagesordnung.

Foto: Kathrin Panten

Kreisrat Johann Probst hatte die rund 20-minütige Testfahrt organisiert. Der elektrisch angetriebene Kleinbus der Firma AVL Software und Functions GmbH, der auf einem VW T6 basiert, war sechs Wochen lang kostenlos zwischen Rattenberg, Kasparzell und Rettenbach unterwegs.

Autonomes Fahren noch nicht ohne Eingriffe

Auf Landstraßen erreicht das Fahrzeug Geschwindigkeiten von bis zu 79 Stundenkilometern. Eine Begleitperson kann bei Bedarf eingreifen. Während der Testfahrt war dies nach Angaben der Fraktion mehrfach notwendig, etwa bei Fahrzeugen, die teilweise in die Fahrbahn ragten.

Fraktionsvorsitzender Martin Panten begrüßte die Erprobung neuer Mobilitätsangebote. Autonomes Fahren könne allerdings nur ein Baustein zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs sein. Die Kreisräte Martin Kreutz und Johann Probst betonten insbesondere die Bedeutung besserer Zubringerverbindungen zur Buslinie 58 zwischen Bogen, Sankt Englmar und Viechtach sowie zur Bahnstrecke im Labertal.

Kreismusikschule soll Qualität und Standort behalten

Bei der anschließenden Sitzung im Bräuhaus Gossersdorf beschäftigte sich die Fraktion mit der möglichen Zusammenführung der Verwaltungen von Kreismusikschule und Volkshochschule Straubing-Bogen. Die Fraktion sieht darin Einsparpotenzial, stellt aber klare Bedingungen: Die Qualität der musikalischen Ausbildung müsse erhalten bleiben.

„Entscheidend ist aber, dass die Kreismusikschule ihren Standort Mitterfels behält und dort weiterhin hochwertige musikalische Bildung und kulturelles Leben ermöglicht wird“, erklärte Panten. Eine stärkere Verwaltungsanbindung an Oberalteich befürwortet die Fraktion, sofern dadurch tatsächlich Kosten eingespart werden.

Straßenbau und Jugendhilfe im Blick

Bei den anstehenden Straßenbauprojekten hält die Fraktion insbesondere den Ersatzneubau der Stützmauer an der Kreisstraße SR 13 bei Pürgl für dringlich. Auch die Ortsdurchfahrten Oberschneiding und Wolferszell stehen auf der Maßnahmenliste. Für den Tiefbau sind nach Angaben der Fraktion derzeit 4,44 Millionen Euro vorgesehen.

Diskutiert wurden zudem die Herausforderungen für Sport- und Jugendvereine durch künftig erforderliche Schutzkonzepte gegen Gewalt. Die Fraktionsmitglieder unterstützen deren Zielsetzung, fordern aber qualifizierte Hilfestellungen, damit insbesondere ehrenamtlich geführte Vereine nicht überfordert werden.

Fraktion will Livestreams aus dem Kreistag

Weitere Unterstützung signalisierte die Fraktion für die geplante Ökoregion Straubing-Bogen. Außerdem kündigte sie einen Antrag an, künftig Kreistagssitzungen in Bild und Ton zu übertragen. abei müssten Datenschutz, technische Voraussetzungen und die Geschäftsordnung berücksichtigt werden.

Für die kommenden Haushaltsberatungen kündigte die Fraktion an, auf eine solide Finanzpolitik, den Erhalt der Infrastruktur sowie verlässliche Bildungs- und Kulturangebote zu achten.