(ra) Freie Sicht auf das Viechtacher Land, das Zellertal und die Höhenzüge des Bayerischen Waldes: Mehr als 20 freiwillige Helfer aus Sankt Englmar und Kollnburg haben am Pröllergipfel kräftig angepackt. Bei einer gemeinsamen Landschaftspflegeaktion befreiten sie am Samstag die Gipfelflächen von übermäßigem Bewuchs. Damit verbesserten sie nicht nur den Panoramablick, sondern leisteten zugleich einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Nach der ersten gemeinsamen Aktion im Jahr 2023 rückten die beiden Nachbargemeinden nun zum zweiten Mal der zunehmenden Verbuschung ihres gemeinsamen Hausbergs zu Leibe. Unter dem augenzwinkernden Motto „Unser Gipfel muss schöner werden!“ griffen zahlreiche Ehrenamtliche zu Scheren und Sägen.
Freie Sicht und neue Lebensräume für Tiere
Besonders der Blick nach Norden zum Viechtacher Land, ins Zellertal und auf den nördlichen Kamm des Bayerischen Waldes konnte durch die Arbeiten wieder deutlich verbessert werden.

Mit dabei waren Helfer der Bergwacht Sankt Englmar, der „Boda Werner Gang“ um den Kollnburger Wanderfreund Werner Dietl, des Gleitschirmfliegervereins Regental und des Bauhofs Sankt Englmar. Auch Franz-Xaver Six beteiligte sich an der Aktion.
Die abgeschnittenen Büsche und Stauden sammelten die Helfer zu größeren Reisighaufen am Rand der Freiflächen. Diese bleiben bewusst liegen, denn sie bieten künftig Vögeln geeignete Nistplätze und Kleintieren wie der Haselmaus einen geschützten Unterschlupf.
„Solche Strukturen sind ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt“, erklärte Josef Meier, genannt „Sore“. Der Kultur- und Landschaftspfleger, Bergwachtler und Wanderführer begleitete die Arbeiten fachkundig.
Dabei achtete er darauf, dass die Helfer nur dort Gehölze entfernten, wo dies tatsächlich notwendig war. Ökologisch wertvolle Pflanzenbestände, darunter Holunderstauden, blieben erhalten.
Zwei Gemeinden ziehen an einem Strang
Die Vorbereitungen hatten die Bürgermeister Herbert Preuß und Andreas Aichinger gemeinsam mit Altbürgermeister Anton Piermeier übernommen. Dabei stimmten sie sich mit den Grundstückseigentümern ab, insbesondere mit dem Bayerischen Waldverein, Sektion Straubing, und dessen Vorsitzendem Hans Lohmeier sowie dem zuständigen Förster Lukas Haftner.
Die beiden Tourist-Info-Leiterinnen Bettina Graßl aus Kollnburg und Astrid Piermeier aus Sankt Englmar kümmerten sich um die Helfersuche und packten anschließend selbst mit an.

Auch Menschen aus der Region, die den Pröller regelmäßig zum Wandern oder für sportliche Aktivitäten nutzen, meldeten sich von sich aus bei den Tourist-Informationen und boten ihre Unterstützung an.
So kamen schließlich mehr als 20 freiwillige Helfer zusammen. Die Arbeiten koordinierten Bauhofleiter Markus Feldmeier aus Sankt Englmar, Werner Dietl aus Kollnburg und Josef Meier von der Bergwacht.
Nach eineinhalb Stunden war die Arbeit geschafft

Dank der vielen helfenden Hände ging die Aktion zügig voran. Bereits nach gut eineinhalb Stunden waren die vorgesehenen Arbeiten abgeschlossen.
„Viele Hände, schnelles Ende“, kommentierte Bürgermeister Andreas Aichinger das Ergebnis schmunzelnd.
Zur Belohnung gab es eine gemeinsame Brotzeit, die Klaus Altmann vom Berggasthof Hochpröller spendiert hatte.
Aichinger zeigte sich erfreut über das große Interesse und den Zusammenhalt der Beteiligten. Im Namen beider Gemeinden und seines verhinderten Amtskollegen Herbert Preuß dankte er allen Helfern für ihren Einsatz. Sein Dank galt auch den zahlreichen Unterstützern, die bereits im Vorfeld zum Gelingen beigetragen hatten.
Die Aktion stieß zudem bei Wanderern auf positive Resonanz. Schon während der Arbeiten äußerten vorbeikommende Naturfreunde ihre Freude über die Pflege der Gipfelflächen. Weitere Rückmeldungen erreichten die Helfer über ihre WhatsApp-Statusmeldungen.
Nächster Arbeitseinsatz bereits für 2028 geplant
Dass die gemeinsame Landschaftspflege keine einmalige Angelegenheit bleiben soll, war für die Beteiligten schnell klar.
Bereits bei der abschließenden Brotzeit und dem Eintrag ins Gipfelbuch fassten sie den nächsten Termin ins Auge: Am 14. Oktober 2028 wollen die Helfer erneut am Pröller anpacken.
Dann soll der gemeinsame Hausberg von Sankt Englmar und Kollnburg wieder ein Stück schöner werden – mit freiem Blick auf die Landschaft und ausreichend Lebensraum für heimische Tiere.
