(pol/ra) Wie oft haben wir (regio-aktuell24) und die Polizei vor Schockanrufen gewarnt? Immer wieder vergeblich – mit all den Konsequenzen für die Betroffenen und natürlich den Angehörigen! Aus ganz Bayern erhalten wir täglich Fälle von (älteren) Menschen, die um ihr Vermögen gebracht wurden. Aber was bewirken wir (die Polizei und die Medien) damit? Wir sind sprachlos, denn wieder gibt es neue Fälle:

Mit perfiden Schockanrufen haben Betrüger am Montag drei Seniorinnen in Niederbayern um hohe Geldsummen gebracht. In Deggendorf und Dingolfing übergaben die Frauen insgesamt Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich an einen bislang unbekannten Abholer. Die Kriminalpolizei bittet nun dringend um Hinweise – wie oft eigentlich schon?

Die Täter meldeten sich telefonisch bei den Frauen und behaupteten, Angehörige hätten schwere Verkehrsunfälle verursacht und benötigten dringend Geld für Krankenhauskosten oder weitere Maßnahmen. Durch gezielte Gesprächsführung gelang es den Anrufern laut Polizei, die Seniorinnen massiv unter Druck zu setzen.

Im Raum Deggendorf erhielten eine 77-Jährige sowie eine 76-Jährige gegen 12 Uhr und 13.30 Uhr entsprechende Anrufe. Beide Frauen übergaben anschließend an ihren Wohnanschriften jeweils hohe Bargeldsummen im mittleren fünfstelligen Eurobereich an einen unbekannten Mann.

Wenig später kam es gegen 15.15 Uhr im Raum Dingolfing zu einem weiteren Fall. Dort wurde eine 81-Jährige mit derselben Masche dazu gebracht, einen niedrigen vierstelligen Eurobetrag zu übergeben.

Nach den bisherigen Ermittlungen dürfte es sich bei allen drei Fällen um denselben Geldabholer handeln. Die Telefongespräche wurden teilweise auf Deutsch und teilweise auf Russisch geführt, da die angerufenen Frauen auch Russisch sprechen.

Der mutmaßliche Abholer wird wie folgt beschrieben – wobei dies ohnehin nur die „kleinen Handlanger“ sind:

  • etwa 25 bis 30 Jahre alt
  • circa 1,75 Meter groß
  • schwarze, etwas längere Haare
  • keine Brille
  • schwarzes T-Shirt
  • Bauchtasche

Die Kriminalpolizei Niederbayern hat die Ermittlungen übernommen und sucht nun Zeugen. Besonders relevant sind Beobachtungen vom Montag im Bereich der Dr.-Herbert-Quandt-Straße und Kolpingstraße in Dingolfing sowie im Bereich Ulrichsberger Straße, Schauflinger Straße und Altstraße in Deggendorf.

Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Deggendorf unter 0991/3896-0, die Polizeiinspektion Dingolfing unter 08731/3144-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.