(ra) Die Große Rathausgalerie im Rathauskeller in der Landshuter Altstadt verwandelt sich wieder in einen Treffpunkt für Kunstfreunde. Die 55. Jahresausstellung des Kunstverein Landshut startet mit einer Vernissage am Freitag, 28. November um 19 Uhr und ist bis 21. Dezember zu sehen. Zweiter Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger spricht in Vertretung von Oberbürgermeister Alexander Putz, dazu begrüßt Ursula Bolck-Jopp, erste Vorsitzende des Kunstverein Landshut, die Gäste.

Kathrina Rudolph, Bär in Berlin, 2022 , Pop-up Collage , 29,5 x 51 x 25 cm

Die Ausstellung öffnet dienstags bis freitags sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr. Zur Schau erscheint ein Katalog, der die präsentierten Positionen dokumentiert. Der Eingang zur Großen Rathausgalerie erfolgt über die Grasgasse.

Auswahl aus vielen Bewerbungen und zwei prominente Gäste

Die Jahresausstellung bleibt ein wichtiges Schaufenster für die regionale Kunstszene. In diesem Jahr hatten sich 51 Kunstschaffende um eine Teilnahme beworben. Eine Jury aus drei externen Kunstsachverständigen und zwei Mitgliedern des Kunstverein Landshut wählte Werke von 32 Künstler*innen aus. Wie gewohnt treffen aktuelle Positionen aus den Ateliers der Region auf Arbeiten geladener Gäste.

In diesem Jahr bereichern zwei Künstlerinnen das Programm: Ilona Maria Amann und Kathrina Rudolph. Beide bespielen jeweils einen der separaten Räume in der Großen Rathausgalerie und bringen eigene künstlerische Handschriften mit.

Textiles Erzählen und Berlin als Bühne

Ilona Amann, gebürtig aus dem Allgäu und im Raum Regensburg zuhause, kombiniert Objekte, Collagen und Zeichnungen mit textilen Elementen. Textildesign prägte sowohl ihre Ausbildung als auch ihre Lehrtätigkeit an Kunstakademien und Fachhochschulen. In ihren freien Arbeiten rückt sie deutlich den künstlerischen Aspekt in den Vordergrund und lotet die Möglichkeiten der Materialien neu aus.

Kathrina Rudolph aus Augsburg zeigt in einem zweiten Raum ihren persönlichen Blick auf Berlin. Ihre Popup-Collagen entstehen auf der Basis von Stadtteilkarten oder Plänen der Berliner Verkehrsbetriebe. Sie thematisiert die Vielfalt der Bewohner*innen, die Kulturszene, den Zoo und die Hauptstadtpolitik. Auch die Zeit des Nationalsozialismus blendet sie nicht aus. Rudolph studierte Kunstgeschichte in Münster und Aachen sowie Kunst an den Akademien in Nürnberg und München.

Verspielte Ideen und humorvolle Details

Auch die Beiträge der Mitglieder des Kunstvereins sorgen für überraschende Momente. Ausstellungsbesucher*innen erinnern sich vielleicht an die fragile Glasinstallation von Uli Schmid aus dem vergangenen Jahr. Diesmal zeigt er eine „Jonglage“ mit Omas Sammeltassen, Kaffeekannen und Zuckerdosen.

Lisa Endriß hat für ihre „Dame mit Haustier“ einen Schoßhund gewählt. Das Bild spielt mit Motiven aus der Kunstgeschichte und zitiert unter anderem Werke von Rubens, da Vinci, Renoir oder Picasso. Valentin Goderbauer belegt Hocker mit italienischer Mortadella – aus lackiertem Holz – und titelt augenzwinkernd „Eames egal“. Renato Rill verfremdet eine Wasserwaage und setzt so ein geistreiches Zeichen für Humor in der Kunst.

Jahresgabe für Mitglieder als besonderes Extra

Die Vielzahl der Exponate verspricht eine ebenso ungewöhnliche wie interessante Schau, in der sich feine Anspielungen, Materialexperimente und erzählerische Momente ergänzen.

Während der Jahresausstellung können sich Mitglieder des Kunstverein Landshut die Jahresgabe 2025 abholen. In diesem Jahr handelt es sich um Multiples von Ursula Bolck-Jopp, zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Motive.