(pol) Ein sprengstoffverdächtiger Fund bei einer Verkehrskontrolle hat in der Nacht zum Freitag auf der A3 im Landkreis Regensburg eine Vollsperre in beide Richtungen ausgelöst. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen, Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts waren im Einsatz. Die A3 ist zwischen Rosenhof (Landkreis Regensburg) und Kirchroth (Landkreis Straubing-Bogen) ist in beide Richtungen wieder frei befahrbar.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz fand die Kontrolle gegen 2 Uhr im Bereich der Anschlussstelle Wiesent / Wörth an der Donau statt. Betroffen war eine schwarze BMW-Limousine mit einer Fahrzeugführerin und einem männlichen Beifahrer. Im Fahrzeug wurden sprengstoffverdächtige Gegenstände festgestellt und sichergestellt.
Zur Gefahrenabwehr wurde die A3 großräumig gesperrt: In Fahrtrichtung Passau zwischen den Anschlussstellen Rosenhof und Wiesent, in Fahrtrichtung Nürnberg ab der Anschlussstelle Kirchroth. Der Verkehr wurde umgeleitet. Inzwischen ist die B8 stark ausgelastet. Es kommt immer wieder zu Stockungen.
Im Verlauf des Einsatzes sollte ein sprengstoffähnlicher Gegenstand zur weiteren Analyse transportiert werden. Da dieser nach polizeilichen Angaben nicht handhabungssicher war, sprengten Spezialisten des Bayerisches Landeskriminalamt gegen 8.45 Uhr einen Teil davon kontrolliert. Die Autobahn blieb danach weiterhin gesperrt. Die weiteren Ermittlungen übernahm das Landeskriminalamt.
Weitere Informationen vom Landeskriminalamt (2. Update)
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs am Freitag kurz nach 2 Uhr wurden mehrere sprengstoffverdächtige Gegenstände festgestellt. Darüber hinaus fanden die Einsatzkräfte zwei Brecheisen sowie einen Benzinkanister. Die beiden Fahrzeuginsassen, eine 28-jährige Frau mit portugiesischer Staatsangehörigkeit und ein 24-jähriger Mann mit niederländischer Staatsangehörigkeit wurden vorläufig festgenommen.
Nachdem ein Weitertransport der sichergestellten Gegenstände nicht gewährleistet werden konnte, wurde durch die Technische Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes vor Ort kontrolliert gesprengt. Die Teile wurden in das Bayerische Landeskriminalamt zur Untersuchung durch das Kriminaltechnische Institut (KTI) gebracht.
Polizeibeamte führten die beiden festgenommenen Personen zur Klärung der Haftfrage beim Amtsgericht Regensburg vor. Aufgrund des Tatverdachts „des Verabredens zum Verbrechen des schweren Bandendiebstahls mit Vorbereitung eines Explosions- oder Strahlungsverbrechens“ sowie weiterer Verstöße nach dem Sprengstoffgesetz, erließ der Richter die Haftbefehle.
Die weiteren Ermittlungen führt das Bayerische Landeskriminalamt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise auf einen extremistischen oder staatsschutzrelevanten Hintergrund vor.
