(ra) Vermisste Menschen in einem einsturzgefährdeten Gebäude, versperrte Zugänge und schwierige Rettungswege: Dieses Szenario stellte Einsatzkräfte von THW und Rotem Kreuz am Samstag in Sankt Englmar vor anspruchsvolle Aufgaben. Die leerstehende Anlage des ehemaligen Kur- und Sporthotels bot die Kulisse für eine groß angelegte Rettungsübung mit 55 Einsatzkräften und 18 Rettungshunden.

Foto: Franz-Xaver Six

Das weitläufige Gelände mit dreistöckigem Hauptgebäude, Hallenbad, Bettenhaus und Tiefgarage ermöglichte realistische Such- und Rettungsszenarien. Im Mittelpunkt standen das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen und die Koordination der Rettungseinheiten.

Vermisste in einsturzgefährdetem Gebäude

Ausgangspunkt der Übung war eine fiktive Polizeimeldung: In einem einsturzgefährdeten Gebäude sollten sich mehrere vermisste Personen befinden. Die Aufgabe der Einsatzkräfte bestand darin, diese aufzuspüren und zu retten. Bereits am Freitag errichteten THW-Helfer Zelte für die Einsatzleitung und die Versorgung der Verletzten. Zudem stellten sie die Notstromversorgung sicher.

Foto: Franz-Xaver Six

Am Samstag rückten die beteiligten Einheiten an. Nach einer gemeinsamen Lagebesprechung verteilten die Verantwortlichen die Aufgaben. In verschiedenen Gebäudeteilen hatten die Organisatoren Übungspuppen versteckt, die von den Rettungshundeteams gefunden werden mussten. Die THW-Kräfte standen bereit, um bei Bedarf Zugänge zu verschlossenen oder schwer erreichbaren Bereichen zu schaffen und den Abtransport der gefundenen Personen zu unterstützen.

Rettungsteams aus Bayern und Sachsen

Foto: Franz-Xaver Six

An der Übung unter Leitung des THW-Ortsverbandes Bogen und des BRK-Kreisverbandes Straubing-Bogen beteiligten sich 35 THW-Helfer sowie 20 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes mit 18 Rettungshunden. Die THW-Einheiten kamen aus Bogen, Straubing und Deggendorf. Die Rettungshundeteams des BRK reisten aus Straubing-Bogen, Kelheim, Parsberg, Hof, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach an. Auch der DRK-Kreisverband Freital und die BRK-Rettungshundestaffel Südwestsachsen waren vertreten.

Für die Planung und Leitung zeichneten Luisa Wagner vom BRK Straubing sowie Joachim Limbrunner, Jonas Strohmeier, Rainer Gebhard und Christina Schimmeck vom THW-Ortsverband Bogen verantwortlich.

Rettungshunde mit Gerüst in obere Stockwerke bringen

Nach Abschluss der eigentlichen Rettungsübung nutzten die THW-Kräfte das Gelände für weitere Ausbildungsmaßnahmen. Unter anderem errichteten sie ein Rettungsgerüst, um den Transport von Rettungshunden in höher gelegene Stockwerke zu trainieren. Diese Technik kann notwendig werden, wenn Treppenhäuser oder andere Zugänge nicht mehr passierbar sind.

Die gesamte Übung verlief nach Angaben der Organisatoren ohne Zwischenfälle. Die gesteckten Übungsziele wurden erreicht. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, die Zusammenarbeit unter realitätsnahen Bedingungen in einem derart großen Gebäudekomplex zu trainieren.