(pol) Mit gefälschten Arztrezepten an verschreibungspflichtige Medikamente kommen – und diese möglicherweise als Drogenersatz konsumieren oder weiterverkaufen: Die Kriminalpolizei hat im Raum Straubing-Bogen einen mutmaßlichen Rezeptfälscher und fünf weitere Verdächtige ermittelt. Mehr als zehn Fälle sind bereits bekannt. Die Ermittler vermuten allerdings, dass das tatsächliche Ausmaß deutlich größer sein könnte.
Zwischen dem 25. Februar und dem 5. Oktober versuchten Unbekannte wiederholt, in verschiedenen Apotheken gefälschte Privatrezepte einzulösen. Teilweise gelang es ihnen, die verschreibungspflichtigen Medikamente zu erhalten. Diese können als Drogenersatzstoffe missbraucht werden.
Arzt wusste nichts von den Rezepten
Die gefälschten Verordnungen trugen den Namen eines Arztes, der die angeblichen Patienten jedoch überhaupt nicht behandelte. Bei seiner Vernehmung stellte sich zudem heraus, dass er die verwendeten Rezeptvorlagen längst nicht mehr ausgibt.
Im Zuge der Ermittlungen geriet ein 34-jähriger Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen ins Visier der Kriminalpolizei. Belastende Zeugenaussagen und eine Wohnungsdurchsuchung erhärteten den Verdacht gegen ihn.
Ermittler entdecken zahlreiche weitere Fälschungen
Bei der gerichtlich angeordneten Durchsuchung stellten die Beamten gefälschte Privatrezepte und elektronische Speichermedien sicher. Darauf entdeckten sie zahlreiche Rezeptvorlagen – darunter auch solche, die der Polizei bislang völlig unbekannt waren.
Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass möglicherweise weit mehr gefälschte Rezepte im Umlauf sind als bisher festgestellt. Auch weitere, bislang unbemerkte Einlösungen können sie nicht ausschließen.
Fünf mutmaßliche Abnehmer im Visier
Gegen den 34-Jährigen ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei unter anderem wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung. Hinzu kommen weitere Verfahren mit Bezug zu Betäubungsmitteln.
Auch fünf weitere Beschuldigte stehen im Verdacht, gefälschte Rezepte in Apotheken eingelöst zu haben.
Die Kriminalpolizei warnt die Apotheken im Raum Straubing-Bogen und fordert sie zu besonderer Aufmerksamkeit auf. Verdächtige Rezepte sollen umgehend der Polizei gemeldet werden.
