(rp) Beim Themenspaziergang der Geiselhöringer SPD mit Landratskandidat Oskar Saller haben am Samstag Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher sowie die Ortsvorsitzenden Barbara Kasberger und Marco Lang weitere Punkte des Wahlprogramms vorgestellt. Im Fokus standen die Entwicklung der ehemaligen Malzfabrik und die geplante Erweiterung der Kläranlage – beides Projekte, die nach Darstellung der SPD direkte Auswirkungen auf Wohnen und Kosten in Geiselhöring haben.

Finden den Umbau der alten Malzfabrik in Wohneinheiten gut: (von links) SPD-Ortsvorsitzender Marco Lang, SPD-Landratskandidat Oskar Saller, SPD-Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher, Ortsvorsitzende Barbara Kasberger und Schriftführer Rainer Pasta

Beim Rundgang machte die Gruppe auch Station an der früheren Malzfabrik, an der derzeit ein großer Kran steht. In dem denkmalgeschützten Industriegebäude sollen nach den vorliegenden Angaben 59 Wohneinheiten entstehen, mit Wohnungsgrößen von 35 bis 100 Quadratmetern in den vier Obergeschossen. Im Erdgeschoss sind drei Arztpraxen sowie ein Tagescafé vorgesehen, im Untergeschoss ein Wellnessbereich. Neuer Eigentümer ist die Bauart GmbH aus Amberg. Aus Sicht der SPD entsteht damit neues Leben in einer alten Industriebrache, zugleich werde die Wohnungsnot gemildert.

Ludwig Kerscher verwies allerdings auf einen Punkt, den er kritisch sieht: Nach seiner Darstellung wurde keine Sozialwohnungsquote von 20 Prozent festgesetzt, die bei einer Anlage dieser Größenordnung aus seiner Sicht verpflichtend sein sollte. Insgesamt überwog bei der Besichtigung dennoch eine positive Stimmung, weil sich an dem historischen Gebäude sichtbar etwas tue und Geiselhöring davon profitiere.

Mehr Engagement gegen Leerstände in der Innenstadt

Kerscher kündigte an, als Bürgermeister stärker gegen Leerstände in der Innenstadt vorgehen zu wollen. Er wolle das Gespräch mit Eigentümer*innen suchen und gemeinsam Konzepte für neue Wohnungen entwickeln. Oskar Saller brachte in diesem Zusammenhang die Kreiswohnungsbau Gesellschaft mbH Straubing-Bogen als möglichen Partner ins Spiel. Diese müsse nach seiner Einschätzung auch einmal in Geiselhöring tätig werden.

Ein weiteres Thema war die geplante Erweiterung der Kläranlage. Ludwig Kerscher stellte Oskar Saller die Planungen vor und machte deutlich, dass aus seiner Sicht frühzeitig eine öffentliche Debatte notwendig sei, wie die erheblichen Kosten der anstehenden Ertüchtigung umgelegt werden. Er betonte dabei, dass Transparenz und Gerechtigkeit auch mit Blick auf Mieter*innen gelten müssten. Es solle nicht passieren, dass Vermieter ihren Anteil sofort und vollständig auf Mieter abwälzen können.

Keine ausreichende Rücklagen gebildet

Gleichzeitig, so Kerscher, müssten auch Eigentümer und Vermieter moderat beteiligt werden, weil die Kläranlage gesetzlich über Beiträge der Nutzenden finanziert werden müsse – also über Bürger*innen und wasserintensive Betriebe. Oskar Saller kritisierte, dass aus seiner Sicht versäumt wurde, die Abwasserkosten rechtzeitig anzuheben und ausreichend Rücklagen zu bilden. Das könne dazu führen, dass Grundstücksbesitzer kurzfristig mit mehreren Tausend Euro belastet werden. Saller stellte klar: Das sei mit der SPD nicht zu machen.