(ra) Wer in Straubing oder Bogen eine Wohnung sucht, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Niederbayern sind die Angebotsmieten in den vergangenen zehn Jahren rund doppelt so stark gestiegen wie die Löhne. Der DGB fordert deshalb mehr bezahlbaren Wohnraum und einen wirksamen Schutz der Mieter.

Während die Einkommen in Deutschland innerhalb eines Jahrzehnts um rund 31 Prozent zunahmen, stiegen die Angebotsmieten in Straubing nach Angaben des DGB um 61,4 Prozent. In Bogen lag der Anstieg bei 55,7 Prozent.
„Höhere Löhne sind ein Erfolg der Tarifpolitik. Doch wenn die Wohnkosten wesentlich schneller steigen als die Einkommen, verlieren viele Beschäftigte trotz guter Tarifabschlüsse an Kaufkraft“, sagte Andreas Schmal, Geschäftsführer des DGB Niederbayern, am Freitag gegenüber regio-aktuell24. Immer mehr Menschen arbeiteten in Vollzeit und müssten dennoch jeden Euro zweimal umdrehen. Das dürfe nicht zur Normalität werden.
Auch der Vorsitzende des DGB-Stadt- und Kreisverbands Straubing-Bogen, Kamel Kocher, sieht politischen Handlungsbedarf. Gerade Straubing als Hochschul- und Ausbildungsstandort müsse ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende bieten. Deshalb spricht sich der DGB neben zusätzlichen Wohnungen auch für ein Azubiwohnheim aus. „Wer Fachkräfte gewinnen will, muss ihnen auch bezahlbares Wohnen ermöglichen“, betont Kocher.
Der Gewerkschaftsbund fordert unter anderem einen Mietenstopp, den verstärkten Bau öffentlicher und gemeinnütziger Wohnungen, eine dauerhaft wirksame Mietpreisbremse sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher.
Für den DGB ist die Entwicklung in Straubing und Bogen ein deutliches Warnsignal. Steigen die Mieten dauerhaft schneller als die Einkommen, gerieten immer mehr Beschäftigte und ihre Familien finanziell unter Druck. Bezahlbares Wohnen sei deshalb längst zu einem entscheidenden sozialen und wirtschaftlichen Standortfaktor geworden.
