(pol/ra) Die Straubinger Polizei spricht nach dem Gäubodenvolksfest 2026 von einer positiven Bilanz – die Zahlen ergeben allerdings ein differenziertes Bild. Auf und rund um den Festplatz wurden 19 Körperverletzungen registriert, fünf Fälle sexueller Belästigung angezeigt und sechs Autos aufgebrochen. Deutlich gestiegen ist zudem die Zahl der festgestellten Alkoholfahrten: von 31 im vergangenen Jahr auf 40 in diesem Jahr.
Bei den Körperverletzungen auf dem Festplatz und im näheren Umfeld bewegen sich die Fallzahlen nach Angaben der Polizei auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Jahren. 2024 wurden 16 Fälle registriert, 2025 waren es 17 und in diesem Jahr 19. Vier der diesjährigen Fälle wurden als gefährliche Körperverletzung aufgenommen.
Deutlich weniger Körperverletzungen in der Innenstadt
Anders entwickelte sich die Situation in der Straubinger Innenstadt. Dort sank die Zahl der Körperverletzungen deutlich von 21 im vergangenen Jahr auf acht. Darunter befand sich eine gefährliche Körperverletzung.
Zudem griff die Polizei nach eigenen Angaben vielfach ein, bevor Auseinandersetzungen eskalierten. Auf dem Festplatz und in dessen Umfeld wurden 32 Streitigkeiten frühzeitig unterbunden, in der Innenstadt weitere 13. Dabei kam auch die Videoüberwachung zum Einsatz.
Fünf sexuelle Belästigungen angezeigt
Gestiegen ist die Zahl der angezeigten sexuellen Belästigungen auf dem Festplatz und in dessen Umfeld. Fünf Fälle wurden während des diesjährigen Volksfestes registriert. 2025 waren es drei, 2024 zwei Fälle.
In der Innenstadt verzeichnete die Polizei in diesem Jahr keine sexuelle Belästigung. Im vergangenen Jahr waren dort zwei Fälle registriert worden.
Sechs Autos aufgebrochen
Insgesamt wurden auf dem Festgelände und in dessen Umfeld bislang 20 Diebstahlsdelikte angezeigt. Im vergangenen Jahr waren es 19.
Auffällig ist dabei die Entwicklung bei Diebstählen aus Fahrzeugen: Sechs Pkw-Aufbrüche nahm die Polizei in diesem Jahr auf. 2025 hatte es keinen derartigen Fall gegeben, 2024 waren es vier.
In der Innenstadt wurden sechs Diebstähle registriert, zwei mehr als im Vorjahr. Raubdelikte gab es nach Polizeiangaben nicht. 2025 waren noch zwei Fälle verzeichnet worden.
Mehr Sachbeschädigungen
Auch bei den Sachbeschädigungen stiegen die Zahlen. Sieben Fälle wurden auf dem Festplatz und in dessen Umfeld angezeigt, gegenüber drei im vergangenen Jahr.
In der Innenstadt registrierte die Polizei fünf Sachbeschädigungen. 2025 war es lediglich ein Fall gewesen.
Elf Personen landen im Polizeigewahrsam
Insgesamt nahm die Polizei im Zusammenhang mit dem Gäubodenvolksfest elf Personen in Gewahrsam. Im vergangenen Jahr waren es neun.
Gleichzeitig sank die Zahl der ausgesprochenen Platzverweise deutlich von 86 auf 63. Gegen sechs Personen waren bereits vor Beginn des Volksfestes in Abstimmung mit der Stadt Betretungsverbote ausgesprochen worden.
Bei der Gewalt gegen Polizeibeamte blieb die Gesamtzahl mit sechs Fällen gegenüber dem Vorjahr unverändert. Drei Vorfälle ereigneten sich auf beziehungsweise rund um den Festplatz, drei in der Innenstadt. Schwerer verletzt wurde nach Polizeiangaben kein Beamter.
40 Alkoholfahrten festgestellt
Deutlich nach oben ging die Zahl der festgestellten Fahrten unter Alkoholeinfluss. Während die Polizei 2025 insgesamt 31 Delikte registrierte, waren es in diesem Jahr 40.
Hinzu kamen drei Kraftfahrzeugführer unter Drogeneinfluss. Außerdem ereigneten sich vier alkoholbedingte Verkehrsunfälle, nach Angaben der Polizei überwiegend mit betrunkenen Radfahrern.
In weiteren 32 Fällen griffen Einsatzkräfte ein, bevor alkoholisierte Personen überhaupt losfahren konnten.
Polizei sieht Einsatzkonzept bestätigt
Ohne größere Zwischenfälle verliefen nach Polizeiangaben der Festauszug, die Eröffnung, die Lampionfahrt und das abschließende Prachtfeuerwerk.
Die Polizei sieht deshalb ihr Einsatzkonzept mit sichtbarer Präsenz, Unterstützungskräften und Videoüberwachung bestätigt. Zusätzlich kamen Polizeidrohnen beim Festauszug und erstmals auch bei der Lampionfahrt zum Einsatz.
Unterm Strich zeigt die Statistik damit zwei Entwicklungen: Während insbesondere die Körperverletzungen in der Innenstadt deutlich zurückgingen und Raubdelikte ausblieben, stiegen unter anderem die Zahlen der Alkoholfahrten, sexuellen Belästigungen, Sachbeschädigungen und Pkw-Aufbrüche. Die von der Polizei gezogene „positive Bilanz“ lässt sich deshalb anhand der veröffentlichten Zahlen nicht für alle Deliktsbereiche gleichermaßen feststellen.
