(tn) Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle am 7. Spieltag der Landesliga Mitte: Der SV Türk Gücü Straubing musste sich beim gestandenen Landesligisten SV Schwandorf-Ettmannsdorf in einer vogelwilden Partie hauchdünn mit 4:5 geschlagen geben. Vor 100 Zuschauern verschlief Türk Gücü den ersten Durchgang komplett, zeigte nach dem Seitenwechsel aber eine tolle Moral und schrammte am Ende nur knapp an einem Mega-Comeback vorbei.
Die Partie begann für Türk Gücü denkbar schlecht. Bereits nach vier Minuten lag der Ball zweimal im eigenen Netz. Erst traf Benjamin Berger zur frühen Führung der Hausherren (2.), ehe Kevin Grünauer unmittelbar danach auf 2:0 erhöhte (4.). Zwar keimte Hoffnung auf, als Almir Mujcinovic nach einer Ecke von Spielertrainer Asllan Shalaj den 1:2-Anschlusstreffer markierte (18.), doch die Defensivleistung blieb mangelhaft. Zwei verwandelte Foulelfmeter durch Ettmannsdorfs Andreas Müller (29./35.) und ein weiterer Treffer von Benjamin Berger (39.) schraubten das Ergebnis noch vor der Pause auf ein bitteres 5:1 hoch. Das Straubinger Trainergespann Asllan Shalaj und Tobias Richter reagierte vehement und wechselte bereits im ersten Durchgang dreimal, um Schadensbegrenzung zu betreiben.
„Mir fehlen heute ein bisschen die Worte zur ersten Halbzeit. Wir liegen nach vier Minuten 0:2 zurück, sind überhaupt nicht da mit dem Kopf und verteidigen miserabel. Anschließend bekommen wir noch zwei total unnötige Elfmeter gegen uns“, ging Co-Spielertrainer Tobias Richter nach der Partie hart mit der eigenen Leistung ins Gericht. „Wir müssen uns an der eigenen Nase packen, jedem muss bewusst werden, dass wir einfach nichts holen werden, wenn wir mit so einer Einstellung auf den Platz gehen. Man muss auch ehrlich sein, dass hier in der ersten Halbzeit alle elf Mann auf dem Platz eine katastrophale Leistung gezeigt haben.“
In der zweiten Halbzeit präsentierte sich Türk Gücü wie ausgewechselt und blies zur Aufholjagd. Kapitän Almir Mesanovic verkürzte nach gut einer Stunde auf 2:5 (62.). Als Tobias Richter in der Schlussphase selbst das 3:5 erzielte (86.) und Mesanovic in der 90. Minute sogar noch den 4:5-Anschlusstreffer nachlegte, geriet der etablierte Landesligist mächtig ins Schwimmen.
„In der zweiten Halbzeit sind wir dann noch einmal rangekommen und Ettmannsdorf war sichtlich erleichtert, als der Schlusspfiff ertönte. Wenn das Spiel noch ein paar Minuten länger gelaufen wäre, bin ich mir sicher, dass wir auch noch den Ausgleich gemacht hätten“, bilanzierte Richter die verpasste Aufholjagd. Trotz des Kraftaktes steht am Ende die zweite Saisonniederlage, nach der Türk Gücü mit 13 Punkten vorerst auf dem vierten Tabellenplatz rangiert.
Richter sieht in dem Dämpfer auch eine wichtige Lehre: „So bitter das Ergebnis ist, so gut ist es, dass jeder Spieler gesehen hat, dass wir einfach keine Punkte holen, wenn wir nicht mit 100 Prozent aufs Spielfeld kommen.“
