(ra) Der Zuchtverband Fleckvieh in Niederbayern veranstaltete am Freitag im Waidlersaal des Gasthauses Bayerwald in Sankt Englmar zum zweiten Mal für den Landkreis Straubing-Bogen und darüber hinaus einen „Funkenball“. Hintergrund dafür ist ein jahrhundertealter heidnischer Brauch zum Austreiben des Winters und böser Geister. Die Bayerwald-Band „Coole Muh“ sorgte unter anderem mit Oberkrainermusik für die Stimmung bei den über 200 Besuchern.

Die Organisatoren Josef Venus, Leistungsoberprüfer aus Neukirchen, und Martina Knott eröffneten den besonderen Ball. Sie freuten sie sich über das Kommen von Josef Tischler, Vorstand im Zuchtverband Niederbayern und einiger Englmarer Vereine. Tischler hieß die Ballbesucher willkommen und begrüßte Christian Ettl aus Eggerszell als örtlichen Vertreter der Landwirtschaft und die Jungzüchter aus dem Bayerwald.
Als ersten Höhepunkt des Abends traten die „Burghexen“ aus Kollnburg auf. Sie spielten bei einem Ritual mit Flöten und führten anschließend mit funkelnden Reisigbesen Tänze auf, um böse Geister und den Winter auszutreiben. Die Ballbesucher belohnten sie mit reichlich Applaus.

Danach wurden die Ballbesucher zum Tanz aufgefordert, dem diese folgten bis die Tanzfläche vollständig gefüllt war. In einer Tanzpause machten sich die Gstanzlsänger Hans Schwarzensteiner und Hermann Fleischmann auf und brachten die Gäste mit einigen „Bauern“-Witzen und gekonnt vorgetragenen Gstanzl über das Bauernjahr und die Zuchtverband-Oberen in Stimmung. Weitere „Opfer“ des Aussingens waren Jungbauern, einzelne bekannte Landwirte, die Burghexen und eine bekannte Tierärztin.
Nach weiteren Tanzrunden traten die beiden Gstanzlsänger nochmals mit Jägerwitzen und Gstanzeln in typischer Hochzeitsladermanier von Tisch zu Tisch auf. Sie nahmen Gäste „aufs Korn“ oder versuchten junge Ballbesucher zu „verbandeln“. Die Band „Coole Muh“ veredelte die Gstanzl mit gekonntem „Nachspielen“.
