(ra) Wie stärkt man Biodiversität direkt vor der eigenen Haustür – und wer steckt dahinter? In Straubing erhält die Stadtgärtnerei 11.000 Euro aus einem regionalen Ökostrom-Tarif. Das Geld fließt in konkrete Maßnahmen für mehr Artenvielfalt im Stadtgebiet.

Bei der Spendenübergabe (von links): Anna Wittenzellner und Michael Rödig (Stadtgärtnerei), Cristina Pop (Leiterin Tiefbauamt), Markus Schlederer und Jörg Mildenberger (Stadtgärtnerei), Günter Winter (Geschäftsführer Stadtwerke), Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Andreas Brückner (Stadtwerke) und Jörg Bär (Leiter Stadtgärtnerei). – Foto: Stadtwerke Straubing GmbH/Katharina Reiner

„Mit 11.000 Euro können wir einiges machen“, sagt Jörg Mildenberger von der Stadtgärtnerei, der die Spende stellvertretend entgegennahm. Das Geld stammt aus dem Tarif „aktiv-Donau“ der Stadtwerke Straubing. Kundinnen und Kunden beziehen dabei regional erzeugten Strom und unterstützen gleichzeitig den Artenschutz. Zur Übergabe kam auch Oberbürgermeister Markus Pannermayr.

Die Stadtgärtnerei setzt die Mittel gezielt ein. Aktuell entsteht ein bayernweit einzigartiges Sortiment an autochthonen Gehölzen. Dazu zählen unter anderem Moorbirken, Flatterulmen sowie verschiedene Weiden- und Pappelarten. Die Pflanzen stammen aus eigener Nachzucht – gewonnen aus Samen, Steckhölzern und Grünstecklingen. Mit ihnen werden Flächen im Stadtgebiet neu aufgeforstet.

Erste Effekte zeigen sich bereits: „Bei der Rebhuhn-Kartierung im Frühjahr 2026 haben wir deutliche Zuwächse festgestellt“, erklärt Mildenberger. Der Hintergrund ist ökologisch klar: Rebhühner und Fasane sind in den ersten Lebenstagen auf eiweißreiche Nahrung wie Insekten angewiesen. Diese finden sie nur in artenreichen, naturnahen Lebensräumen.

Durch die gezielte Pflanzung heimischer Arten entstehen genau solche Strukturen. Insekten finden Nahrung, Vögel profitieren davon – und das gesamte Ökosystem wird stabiler. „Gerade mit Blick auf künftige klimatische Herausforderungen ist das entscheidend“, so Mildenberger.

Das Prinzip hinter dem Tarif ist einfach: Der Strom stammt aus Wasserkraft an der Staustufe Kagers. Gleichzeitig fließen 0,5 Cent pro Kilowattstunde direkt an die Stadtgärtnerei. Rund 500 Kundinnen und Kunden nutzen derzeit das Angebot. Im vergangenen Jahr kamen so insgesamt 2,8 Millionen verbrauchte Kilowattstunden zusammen – und damit eine solide Grundlage für den lokalen Artenschutz.