(ra) Erinnerung an Widerstand und Verfassung: Der SPD-Kreisverband Dingolfing-Landau hat am Mittwoch in Wallersdorf der Opfer des KZ-Außenlagers Ganacker-Erlau gedacht. Im Mittelpunkt stand zugleich die Rolle der Sozialdemokratie beim Kampf gegen das NS-Regime und beim Aufbau des demokratischen Bayerns. Die Gedenkfeier verband historische Aufarbeitung mit politischer Mahnung.

Forschung zum KZ-Außenlager
An der Gedenkstätte bei der Sebastianikirche erinnerte der SPD-Kreisverband Dingolfing-Landau gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Wallersdorf an die 149 Opfer. Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl skizzierte den aktuellen Forschungsstand zum Lager Ganacker-Erlau, das Anfang 1945 entstand. Rund 500 Häftlinge mussten unter extremen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, ehe das Lager Ende April geräumt und die Insassen auf Todesmärsche geschickt wurden.
Hoegner und die Verfassung
SPD-Kreisvorsitzender Dr. Bernd Vilsmeier würdigte in seiner Rede den Sozialdemokraten Wilhelm Hoegner als Vater der Bayerischen Verfassung von 1946. Hoegner gehörte zu den wenigen Abgeordneten, die sich 1933 gegen das NS-Regime stellten, und legte im Exil wichtige Grundlagen für eine demokratische Nachkriegsordnung.
Demokratie als Auftrag
Vilsmeier betonte die Bedeutung von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als zentrale Werte. Die Bayerische Verfassung mit ihren Grundrechten und Elementen direkter Demokratie sei ein entscheidender Baustein für das heutige Bayern. Gerade vor dem Hintergrund von Krieg, Verfolgung und Zerstörung sei ihre Entstehung eine besondere Leistung.
Gedenken und Dank
Mit einer Schweigeminute wurde der Opfer von Terror und Unmenschlichkeit gedacht. Vertreter des Ortsvereins dankten allen Beteiligten, insbesondere für die Pflege der Gedenkstätte und die Organisation der Veranstaltung.
