(pw) Sie sieht unscheinbar aus, doch ihre Wirkung ist tückisch: Die Beifuß-Ambrosie, oft schlicht „Ambrosia“ genannt, hat derzeit Hochsaison. Für Allergiker*innen bedeutet das eine enorme Belastung, denn ihre Pollen gelten als besonders aggressiv. Studien zufolge ist das Allergiepotenzial rund fünfmal stärker als bei Gräserpollen. Schon kleinste Mengen können tränende Augen, Niesanfälle oder asthmatische Beschwerden auslösen.

Warum Ambrosia so gefährlich ist
Die Beifuß-Ambrosie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde vor einigen Jahrzehnten nach Europa eingeschleppt – vermutlich über verunreinigtes Vogelfutter und Saatgut. Inzwischen hat sich die Pflanze in vielen Regionen Deutschlands etabliert. Besonders problematisch ist die lange Blütezeit: Von Juli bis Oktober setzt Ambrosia unzählige Pollen frei. Diese bleiben zudem lange in der Luft und können bereits in geringer Konzentration starke allergische Reaktionen hervorrufen.
Für Menschen mit Allergien kann das erhebliche Einschränkungen bedeuten. Während die meisten anderen Pflanzen im Spätsommer kaum noch Blütenstaub verbreiten, erreicht Ambrosia gerade dann ihre volle Blühkraft. „Das verlängert die Leidenszeit vieler Betroffener deutlich“, erklären Fachleute aus der Allergologie. Bei empfindlichen Personen reicht schon der Kontakt mit wenigen Pollenkörnern, um Beschwerden auszulösen.
Wer besonders aufpassen muss
Gefährdet sind vor allem Menschen, die bereits auf Gräser- oder Birkenpollen reagieren. Doch selbst Personen ohne bekannte Allergie können durch den Kontakt mit Ambrosia sensibilisiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe der Zeit eine Allergie zu entwickeln, ist bei Ambrosia besonders hoch. Auch Asthma kann sich verschlimmern oder neu entstehen.
Eltern von Kindern mit Heuschnupfen sollten besonders aufmerksam sein. Die Pollenkörner sind so klein, dass sie tief in die Atemwege eindringen können. Damit steigt das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen.
Wo Ambrosia wächst
Die Pflanze bevorzugt offene Flächen, Straßenränder, Baustellen, Schutthalden und Brachflächen. Auch in privaten Gärten kann sie vorkommen – etwa, wenn verunreinigtes Vogelfutter ausgestreut wurde. Ambrosia erkennt man an ihren gefiederten Blättern, die Karottenkraut oder Wermut ähneln. Im Juli bis Oktober trägt die Pflanze unscheinbare, grünliche Blütenstände.
Besonders heimtückisch ist, dass Ambrosia häufig übersehen oder mit harmlosen Wildkräutern verwechselt wird. Daher raten Fachleute, im eigenen Garten aufmerksam auf verdächtige Pflanzen zu achten.
Was Bürger*innen tun können
Wer Ambrosia entdeckt, sollte sie mitsamt Wurzel ausreißen – am besten mit Handschuhen, um Hautkontakt zu vermeiden. Die Pflanze darf keinesfalls auf dem Kompost landen, sondern gehört in die Restmülltonne. Bei großflächigem Befall ist es sinnvoll, die zuständige Gemeinde oder das Landratsamt zu informieren.
„Je früher Ambrosia entfernt wird, desto weniger Pollen kann sie freisetzen“, betonen Gesundheitsexpert*nnen. Ziel sei es, die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen und die Belastung für Allergikeri*nnen zu reduzieren.
Fazit
Ambrosia ist weit mehr als ein lästiges Unkraut – sie stellt eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar. Mit ihrem extrem hohen Allergiepotenzial belastet sie Betroffene über Monate hinweg. Aufmerksamkeit im eigenen Garten und das konsequente Entfernen der Pflanze können helfen, die Situation einzudämmen. Denn je weniger Ambrosia wächst, desto leichter lässt sich das Risiko für alle reduzieren.
