(pol) Zehn Körperverletzungen, vier Fälle sexueller Belästigung, sechs Diebstähle und zweimal der sogenannte „Hitlergruß“: Nach den ersten vier Tagen des Gäubodenvolksfestes fällt die Bilanz auf dem Festgelände in mehreren Deliktsbereichen deutlich schlechter aus als im vergangenen Jahr.
Besonders bei den Körperverletzungen zeigt sich bis einschließlich Montag, 10. August, ein kräftiger Anstieg gegenüber 2025. Die Straubinger Polizei bewertet das erste Festwochenende dennoch mit Fragezeichen insgesamt als „überwiegend friedlich“ und zieht eine positive Zwischenbilanz (?).
Zehn statt vier Körperverletzungen
Auf dem Festplatz und in dessen unmittelbarem Umfeld registrierte die Polizei bislang zehn Körperverletzungsdelikte. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres waren es vier. Damit hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.
In weiteren 13 Fällen konnten Polizeibeamte Streitigkeiten beenden, bevor daraus Körperverletzungen entstanden. Im Vorjahr war dies 16-mal gelungen.
Einmal kam es zu Widerstand beziehungsweise einem tätlichen Angriff gegen Polizeibeamte. 2025 waren im Vergleichszeitraum zwei derartige Fälle registriert worden.
Vier Fälle sexueller Belästigung
Deutlich auffällig ist auch die Entwicklung bei den Sexualdelikten. Vier Fälle sexueller Belästigung wurden in den ersten Festtagen angezeigt. Im entsprechenden Zeitraum des vergangenen Jahres hatte die Polizei keinen solchen Fall registriert.
Hinzu kommen sechs Diebstähle auf dem Festgelände. 2025 waren es zu diesem Zeitpunkt vier.
Keinen Fall gab es bislang beim Raub. Im Vorjahr war nach den ersten Festtagen ein entsprechendes Delikt bekannt geworden.
Zweimal „Hitlergruß“ auf dem Festgelände
In zwei voneinander unabhängigen Fällen zeigten Besucher in unterschiedlichen Festzelten den sogenannten „Hitlergruß“. Gegen beide Tatverdächtige wurden Strafverfahren eingeleitet. Sie kamen jeweils vorübergehend in Polizeigewahrsam.
Innenstadt bei Körperverletzungen deutlich ruhiger
Ein anderes Bild zeigt sich in der Straubinger Innenstadt. Nach Betriebsschluss auf dem Festplatz zieht es traditionell zahlreiche Besucher vom Hagen weiter in die Innenstadt.
Dort registrierte die Polizei bislang drei Körperverletzungen mit Volksfestbezug. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt zwölf. Damit ging die Zahl in diesem Bereich deutlich zurück.
Allerdings kam es zu einem Widerstand gegen Polizeibeamte, während 2025 kein entsprechender Fall verzeichnet worden war. Sechsmal konnten Beamte Streitigkeiten rechtzeitig beenden, bevor es zu Straftaten kam. Im vergangenen Jahr waren es drei Fälle.
Bei den Diebstählen zeigt die Entwicklung wiederum nach oben: Fünf Fälle mit Volksfestbezug wurden in der Innenstadt angezeigt, gegenüber einem im Vorjahr.
13 Alkoholfahrten – weitere 16 verhindert
Auch der Straßenverkehr beschäftigte die Einsatzkräfte. Bis einschließlich Montag stellte die Polizei 13 Fahrzeugführer fest, die unter Alkoholeinfluss unterwegs waren. Im Vorjahr waren es 14.
Weitere 16 mögliche Trunkenheitsfahrten konnten bereits vor dem Fahrtantritt verhindert werden. Dabei griff die Polizei beispielsweise ein, bevor alkoholisierte Volksfestbesucher mit Auto, Fahrrad oder E-Scooter losfahren konnten.
Ein Verkehrsunfall ereignete sich bislang unter Alkoholeinfluss. Die Polizei appelliert weiterhin an die Besucher, nach Alkoholkonsum weder Auto noch Fahrrad oder E-Scooter zu fahren.
Polizei spricht dennoch von positiver Bilanz – ?
Trotz des deutlichen Anstiegs bei Körperverletzungen und sexuellen Belästigungen auf dem Festgelände bewertet die Straubinger Polizei den Verlauf des ersten Festwochenendes insgesamt als überraschend „überwiegend friedlich“.
Die Zahlen zeigen allerdings ein differenziertes Bild: Während sich die Lage bei den Körperverletzungen in der Innenstadt gegenüber dem Vorjahr deutlich entspannte, stiegen die registrierten Fälle direkt auf dem Festgelände von vier auf zehn. Hinzu kommen vier sexuelle Belästigungen, nachdem im Vergleichszeitraum 2025 kein entsprechender Fall angezeigt worden war.
Lampionfahrt verläuft ohne größere Zwischenfälle
Positiv fiel die Bilanz der Polizei zur Lampionfahrt aus. Bei gutem Wetter kamen zahlreiche Besucher in den Veranstaltungsbereich westlich der Schlossbrücke.
Wegen des großen Andrangs musste der Zugang zum „Adler“ zeitweise geschlossen werden, um eine Überfüllung zu verhindern. Nach Angaben der Polizei verlief die Veranstaltung dennoch geordnet. Das Verhalten der Besucher sei von gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt gewesen.
Die Polizei bedankte sich bei allen Beteiligten für die Zusammenarbeit und bei der Bevölkerung für das Verständnis angesichts der zeitweisen Zugangsbeschränkung.
