(pol) Ein Mann wird an seiner Haustür erschossen, der Täter flüchtet spurlos. Einen Tag später sorgt ein dunkler BMW vor dem Wohnhaus des Opfers erneut für einen Großeinsatz der Polizei. Was zunächst wie eine mögliche Rückkehr des Täters wirkt, stellt sich nach bisherigen Erkenntnissen als makabrer Scherz zweier junger Männer heraus. Die Ermittlungen zum tödlichen Schusswaffenangriff in Dingolfing laufen unterdessen auf Hochtouren.
43-Jähriger an seiner Haustür erschossen
Der tödliche Angriff ereignete sich am Montag gegen 12.30 Uhr im Bereich der Schwedenschanze. Ein bislang unbekannter Mann erschien an der Haustür eines Ehepaares und gab aus noch ungeklärten Gründen mindestens einen Schuss auf den 43-jährigen Ehemann ab.
Das Opfer erlitt so schwere Verletzungen, dass es trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen noch am Tatort starb. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Angehörigen.
Der Täter flüchtete mit einem dunklen Fahrzeug. Zunächst vermutete die Polizei einen schwarzen Kleinwagen, später kam auch ein BMW mit getönten Scheiben infrage.
Sonderkommission mit 30 Ermittlern eingerichtet
Die Polizei leitete eine Großfahndung mit zeitweise rund 40 Streifen, Diensthunden, Spezialeinheiten und einem Polizeihubschrauber ein. Dennoch blieb der Täter verschwunden. Gegen 16 Uhr endeten die groß angelegten Fahndungsmaßnahmen.
Die Kriminalpolizei Landshut richtete eine Sonderkommission mit rund 30 Beamten ein. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft untersucht sie den Verdacht eines Tötungsdelikts. Auch Anwohnerbefragungen im Umfeld des Tatorts gehören zu den Ermittlungen.
Eine Obduktion am Institut für Rechtsmedizin in München bestätigte, dass mindestens ein Projektil den 43-Jährigen tödlich getroffen hatte.
Bislang gibt es weder einen konkreten Tatverdacht noch gesicherte Hinweise auf das Fluchtfahrzeug. Die Ermittler prüfen insbesondere, ob sich Opfer und Täter kannten. Nach Polizeiangaben liegen derzeit keine Hinweise auf eine Gefahr für die Allgemeinheit vor.
Dunkler BMW löst erneut Großeinsatz aus
Am Dienstagnachmittag kam es zu einem weiteren Großeinsatz. Kurz nach 16 Uhr meldeten Angehörige des Opfers einen dunklen BMW mit mindestens zwei Insassen vor dem Wohnhaus. Einer der Männer soll gegenüber einem Angehörigen Äußerungen gemacht haben, die als Drohung verstanden werden konnten.
Weil ein Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff nicht auszuschließen war, rückten zahlreiche Polizeistreifen aus. Auch ein Hubschrauber beteiligte sich an der Fahndung.
Gegen 17 Uhr entdeckten die Beamten das Fahrzeug im Stadtgebiet und nahmen zwei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren in Gewahrsam.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelte es sich um Trittbrettfahrer. Die beiden sollen ihre Äußerungen selbst für „lustig“ gehalten haben. Ein Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt ist bislang nicht bekannt.
Kripo bittet dringend um Zeugenhinweise
Die Sonderkommission sucht weiterhin nach dem unbekannten Schützen. Nach der ersten Täterbeschreibung sprach der Mann Hochdeutsch, trug eine dunkle Kapuzenjacke, hatte einen Oberlippenbart und ein eher rundliches Gesicht.
Besonders wichtig sind Beobachtungen vom Montag zwischen 12 und 12.30 Uhr sowie aus den Tagen vor der Tat im Bereich der Schwedenschanze und der Eppenauerstraße.
Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen nimmt die Kriminalpolizei Landshut unter 0871/9252-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
