(ra) Mit viel Spielfreude, Tempo und pointiertem Humor hat die Theatergruppe Sankt Englmar e.V. am Neujahrstag Premiere gefeiert. Der Ohnsorg-Klassiker „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ sorgte im Waidlersaal für Szenenapplaus und einen nicht enden wollenden Schlussapplaus.

Nach einer ganz anderen Ausrichtung im Vorjahr habe man sich bewusst für den Ohnsorg-Klassiker von Fritz Wemper in der bayerischen Bearbeitung von Florian Kern entschieden, erklärt Spielleiter Andi Aichinger. Die Entscheidung erwies sich als Volltreffer: Die versierte Truppe aus dem Bergdorf setzte den Stoff arriviert um und entfachte wahre Lachsalven im Publikum.
Liebenswertes Rentnerpaar im Mittelpunkt
Im Zentrum der Handlung steht das Rentnerehepaar Niederl, das mit seiner kargen Rente kaum über die Runden kommt. Um die Haushaltskasse aufzubessern, beschließen Karl und Erna, ein Zimmer ihrer Wohnung zu vermieten. Florian Six überzeugt als rüstiger Rentner mit Herz, Veronika Mader verleiht der Rolle der Erna eine gelungene Mischung aus Fürsorglichkeit und Schrulligkeit.
Doppelvermietung als Ausgangspunkt des Chaos
Uneinigkeit herrscht zunächst über die Wahl des Mieters: Karl wünscht sich eine junge Frau, Erna bevorzugt einen jungen Mann. Der Zufall führt schließlich zur Doppelvermietung: Karl vergibt das Zimmer an Lisa, Erna an Klaus. Lukas Penzkofer wächst in seiner Rolle als Klaus über sich hinaus und lässt kaum glauben, dass es sich um sein Debüt auf der Bühne des Waidlersaals handelt. Lena Dietl unterstreicht mit sicherem Spiel einmal mehr ihr schauspielerisches Können.

Die doppelte Vermietung bringt doppelte Einnahmen – und scheinbar keine Probleme, da Klaus und Lisa das Bett zu unterschiedlichen Zeiten nutzen. Doch das fragile Konstrukt gerät ins Wanken, als die Hintergründe der beiden jungen Leute ans Licht kommen.
Verwicklungen mit Tempo und Pointen
Klaus hat sich einquartiert, weil sein Vater erneut heiraten will – ausgerechnet Lisas Mutter. Lisa wiederum möchte ihrem künftigen Stiefbruder aus dem Weg gehen. Nicole Stahl überzeugt auch in einer Nebenrolle, während Andi Aichinger selbst mit einem kurzen Auftritt nahtlos Teil des starken Ensembles wird.
Zusätzliche Dynamik entsteht, als beide Elternteile getrennt voneinander auftauchen. Endgültig turbulent wird es mit dem Auftritt von Lisas Chefin Frau Bollmann. Daniela Wittmann liefert hier eine nahezu fernsehreife Darstellung, die das Publikum immer wieder zu herzhaftem Lachen hinreißt.
Starke Nebenfiguren und stimmiges Gesamtbild
Für zusätzliche Irritationen sorgt Nachbar Fritz Ranziger, der seiner aus dem Off schimpfenden Frau gefallen will. Lukas Troiber spielt die Rolle mit vollem Körpereinsatz, insbesondere die Trunkenheitsszene wirkt täuschend echt. Kristina Romig rundet als Stimme aus dem Hintergrund das Ensemble ab.
Bühne, Bewirtung und Ausblick
Das detailreiche Bühnenbild von Nicole Stahl ist ein echter Blickfang und schafft es erneut, auf der Wirtshausbühne die passende Atmosphäre zu erzeugen. Zum gelungenen Theaterabend tragen auch die bayerischen Schmankerl von Maria und Edwin Schötz, den Wirtsleuten des Gasthauses Bayerwald, bei.
Vier weitere Aufführungen stehen noch auf dem Spielplan. Diese finden am Samstag, 3. Januar, Sonntag, 4. Januar, Montag, 5. Januar, sowie am Freitag, 9. Januar im Waidlersaal des Gasthauses Bayerwald in Sankt Englmar statt. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Die Sonntagsvorstellung beginnt bereits um 18 Uhr, Einlass ist ab 17 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf acht Euro, an der Abendkasse neun Euro, für Kinder bis 14 Jahre sechs Euro.
