(ra) Mit stehenden Ovationen würdigten am Sonntag die Gäste im Gasthof Baumgartner in Steinberg (Landkreis Dingolfing-Landau) Sepp Vilsmeier, als ihm die Helmut-Rothemund-Medaille verliehen wurde – eine der höchsten Auszeichnungen der Bayern-SPD. Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher, MdL hielt die Laudatio auf den 85-Jährigen, der seit fast sechzig Jahren der Sozialdemokratie verbunden ist.

„Wir feiern heute nicht nur deinen Geburtstag, lieber Sepp, sondern ein Leben, das Zeugnis gibt von Mut, Pflichtbewusstsein, Solidarität und Liebe zur Gemeinschaft“, eröffnete Rinderspacher seine Ansprache. Mit der Medaille, so der Laudator, ehre die Partei Persönlichkeiten, „die durch ihr Lebenswerk verkörpern, was Sozialdemokratie im besten Sinne bedeutet“.
Ein Leben für Gemeinschaft und Solidarität
Zur Feier begrüßte SPD-Kreisvorsitzender Dr. Bernd Vilsmeier zahlreiche Gäste, darunter Mitglieder der SPD-Ortsvereine Steinberg und Umgebung sowie ehemalige Mandatsträger wie Hans Vilsmeier, Konrad Forster und Franz Wagner.
Sepp Vilsmeier, geboren 1940 in Steinberg, erlernte das Spenglerhandwerk und arbeitete später als Maschinist bei einer Hamburger Reederei, bevor er im niederbayerischen Marklkofen als Werkmeister beim Automobilzulieferer Mann & Hummel bis zu seinem Ruhestand tätig war.
Seine Leidenschaft galt jedoch stets dem Ehrenamt: 1963 gründete er als aktiver Fußballer den Sportverein Steinberg, engagierte sich im Kirchenchor und im Shanty-Chor der Marinekameradschaft Dingolfing. Gemeinsam mit seiner Frau Marianne setzte er sich 2015/2016 für die in Marklkofen aufgenommenen Geflüchteten aus Eritrea und Somalia ein.
Herz für die Sozialdemokratie
Seit seinem Beitritt zur SPD im Jahr 1965 ist Sepp Vilsmeier das Rückgrat des Ortsvereins Steinberg. Jahrzehntelang prägte er als Vorsitzender, Organisator und Ideengeber das politische Leben vor Ort. Von 1979 bis 1996 gehörte er zudem dem Gemeinderat Marklkofen an.
„Sepp Vilsmeier ist das Urgestein der Steinberger SPD“, betonte Rinderspacher. „Er hat angepackt, Verantwortung übernommen und bleibende Spuren hinterlassen.“
Sozialdemokratische Werte im Mittelpunkt
In seiner Rede spannte Rinderspacher den Bogen von Vilsmeiers Lebensweg zur Geschichte der Bayern-SPD. Er erinnerte an zentrale Grundsätze:
– die kommunale Verankerung und das Prinzip der Subsidiarität,
– die frühe Entwicklung der Bayern-SPD zur Volkspartei,
– die pro-europäische Haltung,
– sowie das Bekenntnis zu Heimat und Offenheit.
„Heimat ist da, wo Menschlichkeit und Solidarität ein Zuhause haben“, zitierte Rinderspacher den früheren Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner. „Das ist die liberalitas bavarica – das bayerische ‚Leben und leben lassen‘.“
Dank und Anerkennung
Zum Abschluss würdigte Rinderspacher Vilsmeier mit bewegenden Worten: „Lieber Sepp, deine Geschichte ist mehr als eine persönliche Erfolgsgeschichte. Sie ist ein nicht wegzudenkendes Kapitel in der Chronik der bayerischen Sozialdemokratie.“
Mit dieser Ehrung reiht sich Sepp Vilsmeier in den Kreis jener Persönlichkeiten ein, die die Werte der SPD – Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität – nicht nur vertreten, sondern gelebt haben.
