(ra) Erinnern, würdigen und mahnen: In Wallersdorf (Landkreis Dingolfing-Landau) steht ein bewegender Abend zur Geschichte Bayerns bevor. 80 Jahre demokratischer Neubeginn in Bayern und 80 Jahre Bayerische Verfassung: Am Donnerstag, 30. April findet ab 18 Uhr an der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Außenlagers Ganacker-Erlau eine besondere Gedenkveranstaltung statt.

Im Mittelpunkt steht der Blick zurück auf die dramatischen Ereignisse der Geschichte. Als am 29. April 1933 im Bayerischen Landtag über die vollständige Machtergreifung der Nationalsozialisten abgestimmt wurde, waren es nur noch 16 SPD-Abgeordnete unter Führung von Albert Roßhaupter, die dagegen stimmten. Ihr mutiger Widerstand konnte den politischen Umbruch nicht verhindern, markierte jedoch ein wichtiges Zeichen der Standhaftigkeit.
Es folgten Jahre der Diktatur, geprägt von Terror und Unmenschlichkeit. Erst im Frühjahr 1946 begann mit dem Aufbau des neuen Freistaats Bayern der Weg zurück zur Demokratie. Unter der Leitung des Sozialdemokraten Wilhelm Hoegner entstand die Bayerische Verfassung, die bis heute als eine der freiheitlichsten gilt. Sie wurde bewusst vom Volk beschlossen und kann auch nur durch eine Volksabstimmung geändert werden.
Die Gedenkveranstaltung möchte an diese Entwicklung erinnern und die Bedeutung demokratischer Werte hervorheben.
Zum Auftakt gibt Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung zur Geschichte des KZ-Außenlagers in der Erlau bei Ganacker, einem Außenlager des KZ Flossenbürg. Das Lager galt als eines der härtesten für die Häftlinge, die unter extremen Bedingungen am Ausbau des Flugplatzes Landau/Ganacker für den Einsatz des Strahlflugzeugs Me 262 arbeiten mussten.
Die Veranstaltung verbindet historisches Gedenken mit dem Blick auf die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.
