(pw/jh) Die große Urlaubszeit geht langsam zu Ende, doch für einen erlebnisreichen Tag muss es nicht immer in die Ferne gehen. Gerade von Straubing aus liegt mit dem Bayerischen Wald eine abwechslungsreiche Ausflugsregion praktisch vor der Haustür. Spätsommer und früher Herbst bieten ideale Bedingungen für Wanderungen, Naturerlebnisse und kleine Entdeckungstouren zwischen Bergen, Wäldern und Seen.

Wenn Ende August die Tage langsam kürzer werden und sich der Hochsommer verabschiedet, beginnt im Bayerischen Wald eine besonders reizvolle Zeit. Morgens liegt gelegentlich bereits Nebel über den Tälern, während die Sonne tagsüber noch für angenehme Temperaturen sorgt. Einige Wochen später verwandelt sich das Grün der Wälder zunehmend in herbstliche Farben.
Von Straubing aus lassen sich viele interessante Ziele innerhalb von rund einer Stunde erreichen. Damit eignet sich der Bayerische Wald hervorragend für spontane Tagesausflüge – ohne Hotel, große Reiseplanung oder lange Anfahrt.
Auf den Großen Arber – ganz nach oben

Er ist der Klassiker unter den Ausflugszielen: Mit 1.456 Metern ist der Große Arber der höchste Berg des Bayerischen Waldes. Wer sportlich unterwegs sein möchte, erreicht den Gipfel über verschiedene Wanderwege. Bequemer geht es mit der Gondelbahn hinauf.
Oben wartet eine Berglandschaft, die sich deutlich von den Wäldern in den tieferen Lagen unterscheidet. Bei entsprechender Fernsicht reicht der Blick weit über den Bayerischen Wald und den Böhmerwald. Für einen Tagesausflug lässt sich der Arber außerdem gut mit dem Großen Arbersee verbinden. Der von dichtem Wald umgebene See gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Region.
Gerade im September kann sich eine solche Tour lohnen: Die Temperaturen sind meist angenehmer als an heißen Sommertagen, gleichzeitig sind die Tage noch lang genug für ausgedehnte Wanderungen.
Bodenmais: Wasserfälle und wilde Natur
Ein weiteres Ziel ist Bodenmais. Von Straubing aus ist der Urlaubsort schnell erreicht und bietet gleich mehrere Möglichkeiten für einen Tagesausflug. Besonders bekannt sind die Rißlochwasserfälle.
Der Weg führt durch eine für den Bayerischen Wald typische Landschaft mit Felsen, dichtem Wald und rauschendem Wasser. Wer eine längere Tour plant, kann den Ausflug mit weiteren Wanderwegen rund um Bodenmais verbinden. Wer es gemütlicher möchte, kehrt anschließend im Ort ein.
Bodenmais eignet sich deshalb sowohl für ambitionierte Wanderer als auch für Familien und Ausflügler, die lediglich einige Stunden in der Natur verbringen möchten.

Baumwipfelpfad: Den Wald aus anderer Perspektive erleben
Etwas weiter ist die Fahrt in Richtung Neuschönau. Dort wartet mit dem Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald ein Ausflugsziel, das Naturerlebnis und Wissensvermittlung miteinander verbindet.
Der Weg führt hinauf zwischen die Baumkronen. Markantester Punkt ist der große Aussichtsturm, der sich weit über den Wald erhebt. Von dort eröffnet sich bei gutem Wetter ein weiter Blick über die Landschaft des Nationalparks.
Interessant ist ein Besuch auch für Familien. In unmittelbarer Umgebung befindet sich das Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen. Dort können unter anderem heimische Wildtiere beobachtet werden. Wer beides miteinander verbindet, sollte ausreichend Zeit einplanen – daraus wird schnell ein kompletter Tagesausflug.
Der Große Falkenstein für Wanderfreunde
Wer statt touristischer Attraktionen vor allem Ruhe und Natur sucht, findet rund um den Großen Falkenstein passende Möglichkeiten. Der 1.315 Meter hohe Berg liegt im Nationalpark Bayerischer Wald und lässt sich auf unterschiedlichen Routen erwandern.

Hier zeigt sich besonders eindrucksvoll die Philosophie des Nationalparks: Natur darf Natur sein. Umgestürzte Bäume bleiben liegen, junge Bäume wachsen nach und der Wald verändert sich ohne permanente menschliche Eingriffe.
Gerade im beginnenden Herbst entwickelt diese Landschaft ihren eigenen Reiz. Nebel, kräftige Farben und das wechselnde Licht können aus einer Wanderung ein besonderes Naturerlebnis machen.
Sankt Englmar – der kurze Weg ins Ausflugsvergnügen
Wer von Straubing aus keine lange Anfahrt möchte, findet bereits rund um Sankt Englmar zahlreiche Möglichkeiten. Wanderwege, Waldgebiete und Aussichtspunkte machen die Region zu einem unkomplizierten Ziel für einen halben oder ganzen Tag.

Familien können einen Naturausflug beispielsweise mit dem Waldwipfelweg bei Maibrunn verbinden. Wer lieber wandert, findet rund um Pröller, Predigtstuhl und Hirschenstein verschiedene Tourenmöglichkeiten. Besonders der Hirschenstein mit seinem Aussichtsturm ist bei klarer Sicht ein lohnendes Ziel.
Der Vorteil für Straubinger: Schon die Anfahrt durch die ersten Höhenzüge des Bayerischen Waldes vermittelt ein wenig Urlaubsgefühl – und dennoch bleibt genügend Zeit für Unternehmungen vor Ort.
Wenn der Wald langsam Farbe bekommt

Ab Ende September und vor allem im Oktober verändert sich der Charakter vieler Ausflüge. Dann beginnt die Zeit der Herbstwanderungen. Besonders Laub- und Mischwälder zeigen sich in Gelb-, Rot- und Brauntönen, während in höheren Lagen bereits deutlich kühlere Temperaturen herrschen können.
Damit ändern sich auch die Anforderungen. Eine leichte Jacke gehört nun ebenso zur Ausrüstung wie festes Schuhwerk. Wer auf einen Gipfel möchte, sollte außerdem berücksichtigen, dass das Wetter in den Höhenlagen erheblich schneller wechseln kann als in Straubing.
Dafür belohnt der Herbst mit einer besonderen Atmosphäre. Ein sonniger Oktobertag, klare Luft und eine gute Fernsicht können für Wanderer reizvoller sein als ein heißer Sommertag.
Morgens entscheiden – abends wieder zu Hause
Gerade darin liegt für Menschen aus Straubing der besondere Reiz des Bayerischen Waldes. Eine Übernachtung ist für viele Ziele nicht notwendig. Morgens kann je nach Wetter entschieden werden, wohin die Fahrt geht, und am Abend ist man wieder zu Hause.
Ob Großer Arber, Bodenmais, Nationalpark, Falkenstein oder die Berge rund um Sankt Englmar: Die Auswahl reicht vom gemütlichen Spaziergang über den Familienausflug bis zur anspruchsvollen Bergwanderung.
Der Spätsommer und Herbst müssen deshalb keineswegs das Ende der Ausflugssaison bedeuten. Im Gegenteil: Wenn es auf den Wegen etwas ruhiger wird, die große Sommerhitze vorbei ist und sich der Wald allmählich verfärbt, beginnt im Bayerischen Wald vielleicht eine seiner schönsten Jahreszeiten – und das nur eine kurze Autofahrt von Straubing entfernt.
