(hs) Die rund 750 Zuschauer in der Ballsporthalle erlebten einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag. Spitzenreiter Rote Raben Vilsbiburg erwartete den TV Hörde und konnte auch sein fünftes Heimspiel siegreich bestreiten. Mit 3:0 siegten die Vilsbiburger Damen und verteidigten damit die Tabellenführung in der Sparda 2. Liga Pro.
Für Raben-Trainer Guillermo war es wichtig, dass sie drei Punkte geholt haben. „Es ist nicht selbstverständlich, gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenregion zu gewinnen. Das haben meine Spielerinnen wieder sehr gut gemacht“. Er erinnerte daran, dass die Mannschaft dezimiert in diese Begegnung gehen musste. Libera Emely Brodowski hatte sich im Training verletzt. Ihre Rolle übernahm Jeannette Huskic, die „ihre Sache gut machte“, so Trainer Gallardo. Sie selbst meinte, es „hat Spaß gemacht, war aber ganz schön anstrengend“.

Prominenten Besuch hatten die Roten Raben an diesem Sonntagnachmittag auch: Lenka Dürr, eine der besten deutschen Liberas, die bei den Roten Raben ihr Handwerk gelernt hatte, kam zu einer Stippvisite in die Ballsporthalle. Mit ihr war auch ihr Lebensgefährte Konstantin Bitter dabei. Er hatte bei den Roten Raben als Co-Trainer seine ersten Erfahrungen gesammelt und ist mittlerweile lange Jahre erfolgreicher Trainer beim aktuellen Spitzenreiter der ersten Liga, Allianz MTV Stuttgart. Er bescheinigte den Roten Raben eine souveräne Vorstellung und meinte, aus seiner Sicht seien die Roten Raben „reif für die erste Liga“.
Am Ende war es dann doch eine klare Sache: Mit 25:16 holten sich die Roten Raben den ersten Satz. Doch sie mussten ganz schon ackern, um den Satz unter Dach und Fach bringen. Hörde warf alles in die Waagschale, was sie zu bieten hatten. Sie kämpften wirklich um jeden Ball und schafften es immer scharfen Aufschläge der Rabenspielerinnen anzunehmen; mit der Ballverwertung im Angriff klappte es allerdings nicht so gut.
Bei den Rabenspielerinnen merkte man, dass sie sich erst einmal auf die neue personelle Situation einstellen mussten. Schließlich fehlte mit Jeannette Huskic eine der durchschlagkräftigen Raben-Außenangreiferinnen. Sie konnte dafür ihre Fähigkeiten als Libera unter Beweis stellen.
Mit einer tollen Fußabwehr hielt Crystal Burk die Roten Raben im Spiel und Alayna Crabtree war es dann, die unwiderstehlich zum 25:9 im zweiten Satz verwandelte. Hier zeigte sich, ähnlich wie im Spiel gegen Dingolfing, dass die Rabenspielerinnen die Lehren aus dem ersten Satz gezogen hatten. Auch wenn sich die Mannschaft aus Hörde weiterhin heftig wehrte, konnte sie die Roten Raben nicht mehr ernsthaft in Verlegenheit bringen. Ob im Block oder im Angriff, die Rabenspielerinnen standen besser und waren entsprechend erfolgreicher. Und dass sie ebenfalls um jeden Ball kämpfen, versteht sich bei den Rabenspielerinnen von selbst.
Im dritten Satz war dann Raben-Trainer Guillermo Gallardo gefordert: Zu Beginn des Satzes musste er miterleben, dass seine Mannschaft „die Spannung verlor“ und so die Gäste aus Hörde förmlich zu Punkten einlud. Aus einem Drei-Punkte-Vorsprung für die Roten Raben machten die Gäste einen 13:13-Ausgleich. Das war aber offensichtlich gleichzeitig der Weckruf für die Rabenspielerinnen. Sie legten die eine oder andere Nachlässigkeit ab und agierten wieder deutlich fokussierter. Es folgten gleich einmal sieben Punkte in Folge. Erneut war es Zuspielerin Pia Fernau, die mit einem energischen Nachfassen am Netz das 24:15 und damit den Matchball besorgte. Nach 56 Minuten war es dann Nadine Burbrink vorbehalten, den Siegpunkt zum 25:15 zu erzielen.
Auch die Spielführerin Pia Fernau meinte selbstkritisch nach dem Spiel, dass „sie am Anfang ein bisschen Probleme gehabt haben. Doch am Ende haben wir das Spiel ganz gut im Griff gehabt“.
Mit diesem Sieg bauen die Roten Raben ihre Tabellenführung weiter aus, da der Tabellenzweite Straubing zur gleichen Zeit im Tiebreak gegen Planegg-Krailling verlor.
