PIZ am Klinikum St. Elisabeth feierte fünften Geburtstag
(ra) Das Patienteninformationszentrum (PIZ) am Klinikum St. Elisabeth feierte am Montagabend seinen fünften Geburtstag. In ihrem Gesundheits-Vortrag informierte Sozialpädagogin Ingrid Raab-Neiser, wie Krisen besser bewältigt und die Gesundheit erhalten werden kann. Das Zaubermittel heißt innere Stärke. Diese Widerstandskraft lässt sich im Alltag trainieren: „Achten Sie auf sich!“ Diese gute Botschaft nahmen die vielen Besucher mit nach Hause.
Das PIZ ist ein kostenloser Service nicht nur für Patienten, sondern für alle Bürger in der Region, betonte Klinikums-Geschäftsführer Dr. Christoph Scheu. Hier gebe es Informationen über Themen rund um die Gesundheit. Die Mitarbeiter nähmen sich Zeit für die Beratung. Es existierten in ganz Bayern nur zwei Einrichtungen dieser Art, sagte PIZ-Leiterin Gabriele Schäfer-Gaál, die das PIZ am Klinikum St. Elisabeth aufgebaut hat. Ziel sei, Menschen dabei zu unterstützen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen. Das qualifizierte Personal helfe, sich im Dschungel unzähliger Informationsquellen zu orientieren. Wichtiger Bereich des PIZ sei die Sozialberatung für Krebskranke, die 2015 mit dem Bayerischen Krebspatienten-Preis ausgezeichnet wurde.

Gesundheits- und Krankenpflegerin Barbara Notz ist seit vier Jahren das Gesicht des PIZ: „Kommen Sie zu uns, wir wachsen mit Ihnen. Wir sind offen für alles, was kommt.“ Ingrid Raab-Neiser beschrieb in ihrem Vortrag „Mit Energie und Gelassenheit durchs Leben“ Stress als etwas Subjektives. Etwa 57 von 100 Menschen fühlten sich regelmäßig gestresst und würden in der Folge krank.
Woran liegt es, dass manche Menschen mit Problemen besser klar kommen als andere? Die Gesundheitsforschung ermittelte Schutzfaktoren der Gesundheit und prägte den Begriff Resilienz. Darunter versteht man die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen zu meistern. „Resilienz ist die Voraussetzung für geistige und seelische Gesundheit. Sie wird in der Kindheit erlernt und kann ein Leben lang trainiert werden“, erläuterte die Referentin. Resilienz basiert auf sieben Säulen: Optimismus („A bisserl was geht immer“), Verantwortung, Beziehung gestalten, Zukunft gestalten, Akzeptanz („Es ist, wie es ist“), Lösungsorientierung und Selbstregulation (sich selbst etwas zutrauen).
Die Referentin beschrieb Resilienz als einen hilfreichen Denkansatz, der ein lebenslanges Lernen erfordere. Auf einen kurzen Nenner gebracht lautete ihr Alltags-Tipp: „Achten Sie auf sich selber!“ Statt die eigenen Bedürfnisse hinter Familie und Arbeit zu stellen, sollten sie genauso wichtig genommen werden. Resilienz habe zwar auch ihre Grenzen und könne Krisen nicht verhindern. Doch helfe sie, immer wieder aktiv zu werden und ins Leben zurückzukehren, auch wenn das Leben danach anders ist.