Niederbayern

Fachkräftemangel und Energieversorgung – Erhard Grundl, MdB bei der IHK

(ra) Die Themen Fachkräftemangel, Flüchtlinge in Ausbildung und die zukünftige Energieversorgung der deutschen Wirtschaft standen im Mittelpunkt des Gesprächs anlässlich des Antrittsbesuchs von Erhard Grundl bei IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart. Keilbart empfing den neugewählten Bundestagsabgeordneten der Grünen und die grüne Kreisrätin Anita Karl am Montagvormittag zusammen mit seinem designierten Nachfolger Alexander Schreiner in Passau.


Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass das System und die Qualität der dualen Ausbildung ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands ist. Derzeit, so betonte Alexander Schreiner, sei der Fachkräftemangel das brennendste Problem auch für die niederbayerische Wirtschaft. Die berufliche Bildung verliere immer mehr junge Menschen an die akademische Bildung.

Erhard Grundl kritisierte seinerseits, dass die Grundsatzentscheidung über den schulischen Werdegang eines Kindes in Bayern schon nach der 4. Klasse (bei Zehnjährigen) getroffen werde und damit zu einem Zeitpunkt, wo für viele noch gar nicht klar ist, wohin die schulische Ausbildung geht. Letztendlich habe dies die Schwächung der Mittelschulen zur Folge, die zur beruflichen Bildung führen sollen. Das duale Ausbildungssystem gerate so unter Druck, erklärte der Abgeordnete.

Dem stimmt Walter Keilbart zu und verwies auf neue Überlegungen diesbezüglich im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Auch die Imagekampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ für die berufliche Bildung versuche dem entgegen zu wirken, so Keilbart. Erhard Grundl regte seinerseits an, mehr Berufsorientierungsangebote, etwa in Form von Berufspraktika bei Handwerkern, auch an Gymnasien anzubieten.

Von links: Alexander Schreiner IHK, MdB Erhard Grund, Stadträtin Anita Karl, IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart, Foto: IHK Niederbayern

Grundl würdigte insbesondere die Anstrengungen, die die von der IHK vertretenen Betriebe für die Integration von Geflüchteten erbringen. Nach wie vor sei allerdings die fehlende Sprachkompetenz die größte Hürde für junge Flüchtlinge bei den Prüfungen an den Berufsschulen, so führte Walter Keilbart aus. Auch der deutsche Arbeitsalltag sei für viele Geflüchtete eine große Herausforderung.

IHK-Hauptgeschäftsführer Keilbart, wie sein designierter Nachfolger, Alexander Schreiner, betonten, dass man sich in der Wirtschaft um Energiestabilität und um die Preisstabilität bei Energiepreisen sorge. Die niederbayerische Wirtschaft arbeite zukunftsorientiert, so IHK-Hauptgeschäftsführer Keilbart, auch bei Energieeinsparung und Ressourceneffizienz. Aber sie brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Einig ist man sich, dass die Energiewende auch große Chancen für die niederbayerischen Betriebe bietet und viele Betreibe seit Jahren hier gut unterwegs sind. Dass der Klimaschutz eine Existenzfrage ist, darin bestand für alle Gesprächspartner kein Zweifel.