(ra) Ein Lastenaufzug, der Blick über Straubing und eine Zahlenwelt, die selbst erfahrene Kommunalpolitiker*innen kurz schlucken lässt: Beim Informationsbesuch der ÖDP/PU-Kandidat*innen am Mittwoch in der Städtischen Wohnungsbau GmbH wird schnell klar, wie groß der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist – und wie umfangreich die Projekte der WBG inzwischen geworden sind.

Die Kandidat*innen der ÖDP/PU mit Oberbürgermeisterkandidatin Katrin Dengler und Landratskandidat Dr. Christian Waas informierten sich bei der Städtischen Wohnungsbau GmbH (WBG). Wie Geschäftsführerin Martina Fischer berichtete, wachse Straubing und jährlich gingen rund 1.400 Anfragen nach einer passenden Wohnung ein. Sie erklärte zudem, die WBG sei in Niederbayern das größte Wohnungsbauunternehmen und verfüge über 2.311 Wohnungen, darunter 430 geförderte Wohnungen, sowie 14 Gewerbeeinheiten. Die Durchschnittsmiete liege bei unter fünf Euro pro Quadratmeter. Aktuell seien 300 Wohnungen neu geschaffen worden, alle mit einkommensorientierter Förderung (EOF). Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den bereits umgesetzten Bau- und Renovierungsmaßnahmen sowie von geplanten Vorhaben, die vom Kindergarten bis zur Abwasserwärmenutzung reichen.

Architekt Andreas Schleich vom Architekturbüro Querluft stellte als erstes das Hochhausprojekt Pfauenstraße 14 vor, das im Laufe des Jahres 2026 fertiggestellt werden soll. Er verdeutlichte die Komplexität des Umbaus und sagte: „50 Handwerker waren unter Bauleiter Manfred Danner seit Herbst 2022 kontinuierlich auf der Baustelle, die man aufgrund der Größe (14 Stockwerke) von außen niemals vermuten konnte“. Ab Herbst soll die Gesamtfläche von 5.000 Quadratmetern mit 78 barrierefreien Wohnungen vermietet werden.

Ein weiteres Beispiel nannte Martina Fischer in der Eichendorffstraße: Dort sei ein Gebäudekomplex generalsaniert worden, ohne dass Mieter*innen umziehen mussten und ohne dass sich die Mietkosten erhöhten. Möglich sei das, weil die WBG mit eigenen 54 Mitarbeiter*innen Strom-, Heizungs-, Sanitär- und Verwaltungsarbeiten selbst leisten könne. In der Eichendorffstraße sollen die Maßnahmen an den Gebäuden 12, 14, 15 und 18 fortgesetzt werden. Durch die Erhöhung der Gebäude um einen Stock sollen sechs zusätzliche Wohnungen entstehen.

In diesem Zusammenhang sprach Fischer auch den sogenannten Dürer-Park an, der von Familien und älteren Menschen gut angenommen werde und im Frühjahr gemeinsam mit Eva Schwarzbauer nach deren Anregungen gestaltet werden solle. Für Jugendliche gebe es seit Dienstag einen Indoor-Treffpunkt in der Sozialen Stadt. Das Besondere: Die Jugendlichen sollen ihren Raum selbst gestalten und ausstatten können. „Das ist mein Herzensprojekt“, sagte Fischer. Katrin Dengler zeigte sich begeistert: „Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen hier ihre Ideen verwirklichen können und ein zweites Zuhause finden“.

Als weitere Vorhaben wurden die Kita an der Reichenberger Straße nach der Sanierung der drei Wohnhäuser in der Allensteiner Straße genannt sowie die Ertüchtigung des Kindergartens St. Elisabeth. Diese sei nach dem Erwerb 2024 im Jahr 2025 angegangen worden und werde in diesem Jahr mit der Erneuerung der Pellet-Heizungsanlage und einer dezentralen Warmwasseraufbereitung fertiggestellt.

Landratskandidat Dr. Christian Waas zog am Ende ein positives Fazit: „Da geschieht unfassbar viel Gutes. Ich nehme mir die städt. WBG als Vorbild für den Sozialen Wohnungsbau im Landkreis mit.“