(ra) Unter dem Leitthema „Heizen mit Holz: natürlich – nachhaltig – effizient.“ diskutiert das Schornsteinfegerhandwerk in Straubing gemeinsam mit Marktpartnern, Fachverbänden und der Politik über die Zukunft der Wärmeversorgung in Deutschland. Im Mittelpunkt des 142. Bundesverbandstags steht unter anderem die Frage, welchen Beitrag Holzenergie und moderne Biomasseanlagen zur Wärmewende leisten können.

Bis zu 1000 Schornsteiner werden ab Montag in Straubing erwartet

Aus Sicht des Schornsteinfegerhandwerks bleibt Holz aus nachhaltiger regionaler Waldbewirtschaftung ein wichtiger Bestandteil einer klimafreundlichen Energieversorgung. Besonders in ländlichen Regionen, in Bestandsgebäuden sowie als Hybridsystem im Neubau bietet der regenerative Brennstoff praktische Vorteile.

Holz ist regional verfügbar, flexibel einsetzbar und kann Spitzenlasten unabhängig von Wetterlagen oder geopolitischen Krisen abdecken. Für Pelletöfen und Biomassekessel wird Holzenergie überwiegend aus Reststoffen gewonnen, die in Sägewerken, bei der Holzverarbeitung oder bei Wald- und Landschaftspflegearbeiten anfallen. Zertifizierte Pellets bestehen fast ausschließlich aus Sägenebenprodukten.

Förderung moderner Biomasseanlagen

Der Einbau moderner und hocheffizienter Pelletöfen sowie Biomasseheizungen wird weiterhin staatlich gefördert. Förderfähige Anlagen müssen definierte Anforderungen an Technik, Effizienz und Immissionsschutz erfüllen und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gelistet sein.

Zusätzliche Förderboni gibt es insbesondere dann, wenn alte Öl- oder Gasheizungen ersetzt oder Biomasseanlagen mit Solarthermie, Photovoltaik oder Wärmepumpen kombiniert werden. Gerade für Modernisiererinnen und Modernisierer, die einen Heizungstausch oder Energiewechsel planen, bleiben Biomasseanlagen deshalb attraktiv.

Modernisierungsstau im Gebäudebestand

Trotz attraktiver Förderbedingungen wurden 2025 nur vergleichsweise wenige neue Holzheizkessel installiert. Das zeigen die aktuellen Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks. Die Entwicklung spiegelt die allgemeine Investitionszurückhaltung vieler Eigentümerinnen und Eigentümer wider. Insbesondere die politische Diskussion rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sorgte bei vielen Haushalten für Verunsicherung und führte dazu, dass Modernisierungsmaßnahmen verschoben wurden.

Die Zahl fossiler Heizungen ging zuletzt nur leicht zurück. Gleichzeitig blieb die Anzahl der Holzheizungen und Einzelraumfeuerstätten weitgehend stabil. Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) will die Bundesregierung nun sowohl angekündigte Reformen als auch europäische Vorgaben umsetzen. Ziel ist es, den Modernisierungsstau abzubauen und gleichzeitig EU-Recht in nationales Recht zu überführen.