(jh) Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Aufenthaltsqualität: Mit der Neugestaltung des westlichen Eingangsbereichs am Theresienplatz hat Straubing seiner historischen Innenstadt ein modernes und klimafreundliches Entrée verpasst. Beim „Tag der Städtebauförderung“ wurde der umgestaltete Bereich am Freitag offiziell vorgestellt – zahlreiche Gäste kamen dazu auf den Vorplatz der Jesuitenkirche.

Das Wasserspiel soll nicht nur für eine kleine Abkühlung sorgen – Foto: Haas

„Es ist ein neuer Treffpunkt zum Verweilen“, sagte Tiefbauamtsleiterin Cristina Pop bei der Präsentation. Große Sitzbereiche, neue Bäume und ein begehbares Wasserspiel sollen besonders an heißen Sommertagen für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Die zusätzliche Begrünung verbessere zudem nachhaltig das Stadtklima.

Auch rund um die Jesuitenkirche sei ein neuer Aufenthaltsort entstanden. Eine bepflanzte Insel mit saisonalen Akzenten, Sitzmöglichkeiten und einer wettergeschützten Bushaltestelle bilde gemeinsam mit der bestehenden Linde einen attraktiven Bereich mitten in der Stadt.

Mehr Platz für Fußgänger

Durch die Neuordnung des Verkehrs sei wertvoller Raum zurückgewonnen worden. Fußgänger*innen hätten nun deutlich mehr Platz, zudem wirke der Bereich ruhiger und übersichtlicher. Auch die Beleuchtung wurde komplett erneuert: Insgesamt 16 neue Strahler sorgen jetzt für bessere Ausleuchtung. Die bisherigen Lampen seien sowohl funktional als auch optisch nicht mehr zeitgemäß gewesen.

Für Baudirektor Oliver Vetter-Gindele ist die Stadtkernsanierung eine Daueraufgabe – Foto: Haas

Für Cristina Pop war das Projekt vor allem eines: Teamarbeit. „Es war eine gemeinschaftliche Leistung“, bilanzierte sie. Wichtig sei außerdem gewesen, die Bürger*innen bei der Planung mitzunehmen. Dabei räumte sie auch ein: „Auch Kritik hat zur jetzigen Leistung beigetragen.“

Seit über 50 Jahren Daueraufgabe

Oliver Vetter-Gindele, Leiter des Referats „Planung, Bau und Bevölkerungsschutz“, hob die Bedeutung der Städtebauförderung hervor. Straubing habe inzwischen vier Projekte mit Hilfe des Förderprogramms umgesetzt. Seit mehr als 50 Jahren laufe bereits die Stadtkernsanierung. „Und diese Daueraufgabe wird noch lange kein Ende haben“, sagte Vetter-Gindele.

Der Theresienplatz habe sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert: vom mittelalterlichen Marktplatz über die Bundesstraße 8 bis hin zur Fußgängerzone und dem früheren Pendelbusverkehr.

Klimawandel und Barrierefreiheit im Fokus

Besondere Bedeutung hätten bei der aktuellen Umgestaltung die Themen Barrierefreiheit und Klimaresilienz gehabt. Das Wasserspiel habe dabei auch symbolischen Charakter: „Zur Ruhe zu kommen und den persönlichen Akku aufzuladen“, beschrieb Vetter-Gindele die Idee dahinter.

Die Kosten für die Neugestaltung des westlichen Bereichs des Theresienplatzes beliefen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. 80 Prozent davon wurden durch Bund und Land gefördert.

„Damit wurde der Stadtplatz attraktiv gestaltet“, sagte Josef Zellmeier. Neben der Anpassung an den Klimawandel sei auch die Einkaufsqualität verbessert worden.

„Da bin i dahoam“

Auch Oberbürgermeister Markus Pannermayr zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Ohne die Fördermittel wäre das alles nicht möglich gewesen“, erklärte er. Mit Blick auf die Bedeutung des Stadtplatzes sagte Pannermayr: „Eine Mitte zu haben ist auch für eine Stadt wichtig – da bin i dahoam.“

Die Herausforderung bestehe darin, die Identität der Stadt zu bewahren und sie gleichzeitig weiterzuentwickeln – auch bei künftigen Projekten.