Minister Glauber: Schutz vor Hochwasser für Menschen an der Donau
(ra) Den Startschuss für ein weiteres Hochwasserschutz-Großprojekt an der Donau hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber am Montag gegeben. Er betonte beim Spatenstich in Parkstetten im Landkreis Straubing-Bogen: „Hochwasser wird durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher.

Effizienter Hochwasserschutz gehört deshalb nach den Worten Glaubers zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Hochwasserschutz habe das Ziel, Leben und Sachwerte zu schützen. Darum würde die Bayerische Staatsregierung den Hochwasserschutz an der Donau und im gesamten Freistaat mit Hochdruck vorantreiben. Wörtlich: „Wir wollen Bayern klimasicher machen. Hochwasserschutz ist eine Lebensversicherung für die Menschen und die Wirtschaft entlang der Donau. In Parkstetten-Reibersdorf gehen wir einen weiteren großen Schritt nach vorne.“
Mit den Baumaßnahmen würden den Menschen in Parkstetten, Straubing und Bogen künftig Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser geboten werden. Bereits nach dem Hochwasser im Jahr 2013 seien durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf ein Sofortprogramm mit über 60 Millionen Euro zur Instandsetzung der Hochwasserschutzanlagen umgesetzt worden. Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen setze auf dieses Programm auf. Mit der Umsetzung des Hochwasserschutzes für den Bereich Parkstetten-Reibersdorf würden dafür aktuell weitere 50 Millionen Euro investiert werden. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.
Die insgesamt 6,2 Kilometer langen Deichbaumaßnahmen bestehen sowohl aus neuen Deichbauten als auch aus Deicherhöhungen. Der Querdeich Lenach bildet dabei den neuen Hauptdeich für die westlich davon gelegenen Flächen. Durch den neuen Deich wird der Schutz der Wohnbebauung vor Hochwasser und gleichzeitig der Erhalt von rund 12 Millionen Kubikmeter Retentionsraum ermöglicht. Die östlichen, weitgehend unbesiedelten Flächen bleiben als Hochwasserrückhalteraum erhalten. Darüber hinaus gehören der Neubau der Schöpfwerke Alte Kinsach und Oberalteich, mehrere neue Sielbauwerke sowie die Erweiterung der Donaubrücke der Bundesstraße B 20 zum Projekt. Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden von umfangreichen ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen begleitet, beispielsweise wird ein Auefließgewässer angelegt.
Der Hochwasserschutz in Bayern soll auch in Zukunft kraftvoll ausgebaut werden: Insgesamt zwei Milliarden Euro sollen im Rahmen des laufenden Gewässer-Aktionsprogramms bis Ende 2030 investiert werden. Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt an der niederbayerischen Donau. Entlang der Donau sind bei einem extremen Hochwasser bis zu 120.000 Menschen betroffen. Das Schadenspotential beträgt rund 9,2 Milliarden Euro.