(ra) Mehr Unfälle, weniger Verletzte – und dennoch bleibt die Bilanz auf den Straßen im Landkreis Straubing-Bogen zwiespältig. Besonders der deutliche Anstieg bei Schwerverletzten bereitet den Verantwortlichen Sorgen. Gleichzeitig verzeichnet die Verkehrsbehörde neue Rekordwerte bei Führerscheinen und Zulassungen.

Diese Zahlen stellte der Verkehrssicherheitskreis des Landratsamt Straubing-Bogen im Landratsamt vor. Sie geben einen umfassenden Überblick über die Verkehrslage und die Arbeit der Behörden im Jahr 2025.

Mehr Unfälle – Schwerverletzte deutlich gestiegen

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 3.472 Verkehrsunfälle im Landkreis. Das sind rund acht Prozent mehr als im Jahr zuvor und zugleich der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Trotz dieser Entwicklung sank die Zahl der Verletzten leicht. 409 Menschen wurden bei Unfällen verletzt, im Jahr davor waren es noch 439 gewesen. Sorgen bereitet jedoch der deutlich gestiegene Anteil schwerer Verletzungen. Dieser kletterte um rund zwanzig Prozent auf 23,5 Prozent.

Polizeihauptkommissar Jürgen Mißlbeck nannte auch die häufigsten Ursachen. Besonders häufig passieren Unfälle an Kreuzungen oder Einmündungen beim Abbiegen oder Einfahren. Bei schweren Unfällen spielt weiterhin zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine zentrale Rolle.

Wildunfälle erreichen neuen Höchstwert

Eine besondere Entwicklung zeigt sich bei Wildunfällen. 1.916 solcher Fälle wurden im Jahr 2025 registriert – ebenfalls ein Höchstwert im Vergleich der letzten zehn Jahre.

Gleichzeitig sank die Zahl der Unfälle mit Personenschäden leicht auf 328. Auch die Zahl der Verkehrstoten bleibt im langfristigen Durchschnitt. Sieben Menschen verloren im Jahr 2025 auf den Straßen des Landkreises ihr Leben – genauso viele wie im Jahr davor.

Bei welchen Altersgruppen stiegen Unfall wegen vorausgegangenen Alkoholkonsum stärker?

Rekord bei Führerscheinen und Umtausch

Auch die Verkehrsbehörde meldet ungewöhnlich hohe Zahlen. Sachgebietsleiterin Rita Kienberger berichtete von einem regelrechten Ansturm beim Pflichtumtausch von Führerscheinen.

Besonders im vergangenen Winter gingen wöchentlich mehrere hundert Anträge ein. Dadurch entstand ein Rückstand von rund 800 Anträgen, der nach Angaben des Landratsamts bis Ende April abgearbeitet werden soll.

Zugleich erreichte die Ersterteilung von Fahrerlaubnissen einen neuen Höchstwert. Insgesamt 3.533 neue Führerscheine wurden ausgestellt – rund ein Drittel mehr als noch im Jahr 2019.

Mehr Vorgänge in der Zulassungsstelle

Auch in der Zulassungsstelle stieg die Zahl der Vorgänge deutlich. Insgesamt wurden 37.790 Fälle bearbeitet, darunter Neuzulassungen, Ummeldungen oder Stilllegungen. Das entspricht einem Anstieg von mehr als fünfundzwanzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis sind inzwischen knapp 116.000 Fahrzeuge zugelassen. Darunter befinden sich über 3.000 reine Elektroautos sowie mehr als 5.300 Hybridfahrzeuge.

Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Die Unfallkommission führte im Jahr 2025 vierzehn Verkehrsschauen mit insgesamt 134 Ortseinsichten durch. Besonders an unfallauffälligen Stellen suchen die Fachleute gezielt nach Lösungen, um Risiken zu reduzieren.

Ein Beispiel ist ein geplanter Kreisverkehr bei Rattiszell. Dort sollen die wiederkehrenden Unfälle an einer Kreuzung durch einen Umbau der Straßenführung reduziert werden.

Der Verkehrssicherheitskreis machte deutlich, dass neben baulichen Maßnahmen vor allem das Verhalten der Verkehrsteilnehmer entscheidend bleibt. Oft ließen sich Unfälle bereits vermeiden, wenn Tempo und Verkehrsregeln konsequent eingehalten würden.