(ra/pw) Bei der Landratswahl am 8. März im Landkreis Straubing-Bogen gab es keinen Kandidaten, der auf Anhieb die 50-Prozent-Hürde schaffte. Es kommt deshalb zu einer Stichwahl. Der ÖDP-Kandidat fiel genauso aus dem Rennen, wie der Mitbewerber von der SPD. Am Sonntag, 22. März dürfen die Wähler*innen erneut an die Wahlurne treten. Wie ÖDP-Bewerber Dr. Christian Waas am Dienstag gegenüber regio-aktuell24 erklärte, würde seine Partei dazu keine Wahlempfehlung abgeben. Stattdessen stellen sie den beiden Kontrahenten – Ewald Seifert (CSU) und Tobias Beck (FW) – Fragen, die für sie bei der Wahlentscheidung wichtig sind.

Die Kreiskliniken haben derzeit 32 Millionen Schulden, zum Jahresende 39 Millionen
Wie sehen Sie das Auslagern der Schulden in Schattenhaushalte der Kommunalunternehmen (Kreisklinik, Berufsschulverband, ZVH).
| Ich sehe das vor allem bei den Kliniken sehr kritisch. Mein Ziel ist, die Defizite der Kliniken zeitnah über den Kreishaushalt auszugleichen, da es sich hier um jährlich anfallende und nicht um einmalige Kosten handelt. Beim Berufsschulverband ist eine Kreditaufnahme für Sanierungen oder Neubauten in Ordnung. Hier handelt es sich um einmalige Investitionen, die über die jährliche Umlage an den Berufsschulzweckverband wieder abgebaut werden können. Beim Hafen kommt es sehr darauf an, zu welchem Zweck Kredite aufgenommen wurden (analog der Punkte 1 und 2). Zusätzlich gibt es hier die Möglichkeit einer Refinanzierung durch Grundstücksverkäufe oder durch Miet- und Pachteinnahmen. | Das Wort „Schattenhaushalt“ ist für mich ein politischer Kampfbegriff, der unterschwellig bereits transportiert, dass Kreditaufnahmen durch kommunale Unternehmen illegitim, weil intransparent, seien. Beides wäre für mich nur dann der Fall, wenn das „Auslagern von Schulden“ allein dem Zweck dient, den tatsächlichen Schuldenstand der öffentlichen Haushalte zu verschleiern. Ansonsten gilt für mich die Faustregel: Kreditaufnahmen durch kommunale Unternehmen sind dann gerechtfertigt, wenn sie unternehmerisch sinnvoll sind, d. h. wenn auch ein privates Unternehmen für diesen Zweck Fremdkapital aufnehmen würde. |
Wie und in welchem Zeitrahmen sind diese Schulden abzubauen?
| Sinnvoll ist ein Schuldenabbau innerhalb von 12 bis 18 Jahren, also zwei bis drei Wahlperioden. Der Zeitrahmen ist in jedem Fall sehr von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abhängig. Je früher, desto besser. | Schulden für unternehmerische Investitionen sind im Zuge der unternehmerischen Tätigkeit – etwa synchron mit der Abschreibung dieser Investitionen – zurückzuzahlen. Der Zeitrahmen dafür bemisst sich nach der jeweiligen Investition. |
Welche Wege der Finanzierung wollen Sie bevorzugen: Schuldenaufnahme oder Erhöhung der Kreisumlage oder weiteres Streichen in den Bereichen Kultur, Bildung und Mobilität?
| Keine der genannten drei. Mein Vorhaben ist eine Kombination aus angebrachter und umsichtiger Sparsamkeit, Einsparungen im Bereich Verwaltung und Stärkung der Umlagekraft, also der Wirtschaftskraft der Gemeinden (bringt bei gleichem Umlagesatz höhere Einnahmen aus der Kreisumlage). | Die Frage geht einerseits davon aus, dass die derzeitige Einnahmenkulisse nicht ausreichen wird, um die Ausgaben zu decken (stabiler Kreisumlagensatz bedeutet nicht gleichbleibende Einnahmen). Andererseits engt sie die Handlungsspielräume unnötig ein. Ich habe immer betont, dass der Landkreis sein Stück vom Kuchen der kommunalen Einnahmen nicht jedes Jahr größer machen kann, ohne die Leistungserbringung durch die Gemeinden zu gefährden – auch und gerade in den benannten Bereichen Kultur, Bildung, Mobilität und Sport, die als freiwillige Leistungen für die Menschen im Landkreis als erste zur Disposition stehen. Mein Ansatz: Der Landkreis muss mit der aktuellen Einnahmensituation auskommen, bei der Aufgabenwahrnehmung effizienter werden und für notwendige Investitionen auch selbst Schulden aufnehmen. |
Die Kreisverwaltung befürwortet eine Umgliederung der Kreismusikschule
Wie wollen Sie die Finanzierung gestalten ohne das anerkannt hohe Qualitätsniveau der Kreismusikschule zu gefährden?
| Umgliederung könnte leicht als Fusion und damit falsch verstanden werden. Die Kreismusikschule ist eine eigenständige Einrichtung des Landkreises mit Sitz in Mitterfels und muss das auch bleiben. Das schließt eine Zusammenarbeit im nichtmusikalischen Bereich (Verwaltung) nicht aus. Dazu ein Hinweis aus dem Bereich der Gemeinden: Die sieben Gemeinden der ILE Gäuboden haben ein gemeinsames Lohnbüro. Diese Verwaltungszusammenarbeit beeinträchtigt die Eigenständigkeit der beteiligten Gemeinden in keinster Weise. | Die Kreismusikschule ist ein zentraler Bestandteil der kulturellen Bildungslandschaft unseres Landkreises. Die musikalische Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat eine herausragende Bedeutung – sowohl für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen als auch für das kulturelle Leben unserer Region. Für mich steht eine Umgliederung der Kreismusikschule derzeit nicht zur Debatte. Der Unterhalt kultureller Einrichtungen gehört zu den wichtigen Aufgaben eines Landkreises. Dazu zählt ausdrücklich auch eine leistungsfähige Musikschule. Mir ist bewusst, dass Musikschulen grundsätzlich Zuschussbetriebe sind. Das ist jedoch kein Mangel, sondern Ausdruck einer bewussten kulturpolitischen Entscheidung. Ziel muss sein, die Finanzierung dauerhaft verlässlich zu gestalten. Dazu gehören aus meiner Sicht eine solide Grundfinanzierung durch den Landkreis, eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie die Nutzung möglicher Förderprogramme von Land und Bund. |
Klimaschutz und Energie
Wie stehen Sie zu der Umstellung der Dienstautos (inklusive dem Fahrzeug des Landrats) auf reine E-Mobilität?
| Sehr positiv. | Eine solche Umstellung ist sowohl ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll, alllerdings nicht ad hoc, sondern schrittweise mit dem Ablaufen der Leasing-Verträge bzw. der Lebensdauer bestehender Fahrzeuge. |
Werden Sie sich zum Stromtanken für Mitarbeiter gegen Entgelt am Landratsamt einsetzen?
| Ich sehe das grundsätzlich positiv. Allerdings darf man den Verwaltungs- und Bürokratieaufwand nicht aus den Augen verlieren. Dies wurde uns in der Ausschusssitzung im November dargestellt und daraufhin hat der Ausschuss mehrheitlich (10:2) beschlossen, dass keine kostenpflichtige Lademöglichkeit eingeführt wird, zumal vor dem Landratsamts-Gebäude Ladesäulen eines externen Anbieters zur Verfügung stehen. | Diesen Vorschlag halte ich ebenfalls für sinnvoll und unproblematisch in der Umsetzung und unterstütze ihn daher vollumfänglich. Dieser Schritt wird nicht nur der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand gerecht, sondern bildet auch einen Anreiz für eine Beschäftigung am Landratsamt. |
Werden Sie den Einsatz dere letzten fossilen Heizungen der Landkreisgebäude bis 2030 auf klimaneutrale Systeme (Klimaschutz) vorantreiben?
| Auf jeden Fall. | Auch hier gilt: Die Umstellung entspricht der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und ist prioritär voranzutreiben, muss angesichts der prekären Finanzlage aber auch einer wirtschaftlichen Betrachtung standhalten. Das Zieldatum 2030 halte ich allerdings für ambitioniert, auch wenn angesichts des aktuellen Preissprungs auch eine sofortige Umstellung in den meisten Fällen wirtschaftlich sein dürfte. |
Landwirtschaft, Forst und Artenschutz
Wie stehen Sie zum Aufbau einer Ökomodellregion (wird vom Freistaat gefördert)
| Der Aufbau einer Ökomodellregion ist positiv zu sehen. Neue Aufgaben sollten aber grundsätzlich nur auf freiwerdendes Personal übertragen werden. Denn jede neue Verwaltungsaufgabe muss (wenn auch gefördert) finanziert werden und steht, solange die finanziellen Mittel knapp sind, in Finanzierungskonkurrenz zu anderen wünschenswerten Leistungen. Anzusiedeln wäre der Aufbau von regionalen Biowertschöpfungsketten und die Erschließung verschiedener Fördermöglichkeiten in der Wirtschaftsförderung. | Ökomodellregionen sind ein wichtiger Ansatz, um regionale Wertschöpfung, öko-logische Landwirtschaft und die Entwicklung des ländlichen Raums miteinander zu verbinden. Sie können dazu beitragen, regionale Produktions- und Vermarktungsstrukturen zu stärken und den Anteil ökologischer Landwirtschaft weiter auszubauen. Meines Wissens hat es seit 2023 keinen neuen Aufruf der Staatsregierung zur Gründung weiterer Ökomodellregionen gegeben. Sollte sich hier wieder eine Möglichkeit eröffnen, würde ich eine entsprechende Initiative im Landkreis grundsätzlich unterstützen. Da sich das Konzept der Ökomodellregionen in erster Linie an Zusammenschlüsse von Gemeinden richtet, sehe ich die Rolle des Landkreises dabei vor allem unterstützend – auch mit Blick auf die begrenzten Ressourcen des Landratsamtes. |
Werden Sie eine Erhöhung des Bio-Anteils auf 30 Prozent in öffentlichen Kantinen umsetzen, wie vom Freitstaat empfohlen?
| Der Landkreis ist hier schon auf einem guten Weg. Wie in der Kreistagssitzung im Januar 2026 dargestellt wurde, bezieht der Landkreis für die Landratsamts-Kantine bereits 18,3 Prozent Bio-Produkte. Bei den regionalen Produkten liegt der Anteil bei 52 Prozent. Insgesamt haben wir hier mit knapp 70 Prozent der Produkte (Regional + Bio) einen guten Wert. Vor allem im Winter ist nach den bisherigen Erfahrungen unseres Personals der Bezug von Bio- Produkten nicht immer bei allen benötigten Lebensmitteln uneingeschränkt möglich. Außerdem ist das Mitwirkungsrecht bei der Preisgestaltung des Personalrates zu beachten! Wo aber möglich – gerne! | Ich halte das Ziel für begrüßenswert im Sinne einer Leitlinie für die Kantinen und möchte es sogar um die Begriffe „regional“ und „saisonal“ in Bezug auf die verwendeten Produkte erweitern. Allerdings wehre ich mich gegen eine starre Quote und bin der Meinung, dass das Ziel im Einklang mit den kulinarischen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten der Mitarbeiter im Landratsamt umgesetzt werden sollte. |
Werden Sie die Förderung des Holzbaus – auch für Zweckgebäude – unterstützen?
| Auf jeden Fall. | Die Errichtung öffentlicher und privater Gebäude in Holzbauweise ist nicht nur klimaschonend, sie stärkt auch eine regionale Identität und kann der regionalen Wertschöpfung dienen. Eine „Förderung“ im Sinne einer finanziellen Unterstützung durch den Landkreis scheitert aus meiner Sicht an den begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Energetisch muss im Einzelfall außerdem abgewogen werden, ob ein Holzbau oder ein Ziegelbau sinnvoller ist. Für mich gilt: Das Setzen auf regionale Anbieter stärkt nicht nur die Wertschöpfung vor Ort, sondern ist auch klimaschonend. Es ist besser, mit Ziegeln aus dem Landkreis zu bauen als mit Holz aus Kanada. |
Soziale Gerechtigkeit und Wohnen
In unserem Landkreis ist Barrierefreiheit für Senioren und Menschen mit Behinderung oft nicht gegeben. Wie werden Sie diese Situation verbessern?
| Barrierefreiheit ist, soweit es um Gebäude geht, in der Regel von beauftragten Planungsbüros zu beachten und abzuarbeiten. Das Bauamt des Landkreises sollte regelmäßig überprüfen, ob diese Bearbeitung auch sinnvoll erfolgt ist. Darüber hinaus gehört grundsätzlich die Behindertenvertretung aktiv mit in die Planungen und die Abnahme einbezogen. Bei digitalen Angeboten ist ähnlich vorzugehen (Berücksichtigung bereits bei der Beschaffung). | Barrierefreiheit ist eine zentrale Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse – sowohl für ältere Menschen als auch für Menschen mit Behinderung. Es ist mir ein großes Anliegen, dass alle Menschen in unserem Landkreis möglichst selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dabei muss man allerdings sehen, dass viele konkrete Maßnahmen zur Barrierefreiheit – etwa im öffentlichen Raum – in der Zuständigkeit der Städte und Gemeinden liegen. Die Rolle des Landkreises sehe ich deshalb vor allem darin, die Kommunen zu unterstützen und gute Lösungen stärker zu vernetzen. Ein wichtiger Ansatz, den ich auch bisher im Wahlkampf häufig hervorgehoben habe, ist für mich der Ausbau der Zusammenarbeit in der Seniorenpolitik sowie der Austausch von Best-Practice-Beispielen, etwa aus erfolgreichen Quartiersprojekten. Solche Modelle zeigen, wie Barrierefreiheit, soziale Infrastruktur und Nachbarschaftshilfe zusammen gedacht werden können – und zwar für alle gesellschaftlich vulnerablen Gruppen. |
Wie wichtig ist Ihnen der Ausbau eines barrierearmen ÖPNV und wie wollen Sie das umsetzen?
| Barrierefreiheit ist in allen Bereichen des öffentlichen Lebens wichtig. Im Bereich ÖPNV gilt es, auslaufende Verträge (bzgl. Bauart der Verkehrsmittel) entsprechend anzupassen. | Ein barrierearmer öffentlicher Nahverkehr ist ein wichtiger Baustein für Teilhabe und Mobilität – besonders für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. Für mich gehören dazu moderne Fahrzeuge mit niedrigem Einstieg oder Zugangshilfen ebenso wie barrierearme Haltestellen. Aber: Wir müssen auch die Realität eines großen und teilweise stark zersiedelten Landkreises im Blick behalten. Ein flächendeckend eng getakteter Linien-ÖPNV ist mit den derzeitigen finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen nicht darstellbar. Umso wichtiger ist es, ergänzend flexible Mobilitätsangebote zu schaffen, die sich besonders an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, die kein eigenes Auto nutzen können. Dazu gehören beispielsweise Rufbusse oder andere bedarfsorientierte Angebote. Dabei darf man auch den sogenannten „ersten Kilometer“ nicht vergessen: Gerade in ländlichen Regionen ist für die Barrierefreiheit entscheidend, wie Menschen überhaupt von ihrer Wohnung zur nächsten Haltestelle gelangen. Ein ebenso wichtiger Punkt ist die Niedrigschwelligkeit bei der Nutzung solcher Angebote. Buchungs- oder Bestellsysteme dürfen nicht ausschließlich digital funktionieren, sondern müssen auch telefonisch oder auf anderem Weg erreichbar sein. Mein Ziel ist daher ein realistisches, aber zugleich sozial gerechtes Mobilitätskonzept für unseren Landkreis. |
Umwelt, Wasser und Nachhaltigkeit
Wie werden Sie den Schutz der regionalen Wasserreserven gestalten?
| Diese Aufgabe wird schwerpunktmäßig von den Wasserzweckverbänden bearbeitet. In der Gemeinde habe ich mich immer dafür eingesetzt, dass wertvolles Oberflächenwasser aufgefangen und wieder der Versickerung zugeführt wird (große Regenrückhaltebecken, Zisternen bei jeder Bauparzelle bereits im Zuge der Baugebietserschließung eingebaut, vielfältige gewässerökologische Maßnahmen). Darauf würde ich auch als Landrat hinwirken. Zu beachten ist aber die Planungshoheit der Gemeinden. | Der Schutz unserer regionalen Wasserreserven ist eine zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge. Sauberes Trinkwasser ist eine unserer wichtigsten natürlichen Lebensgrundlagen und muss auch für kommende Generationen gesichert werden. Viele konkrete Maßnahmen zur Bewirtschaftung und zum Schutz der Wasserressourcen liegen in der Verantwortung der Wasserzweckverbände, der Kommunen und der zuständigen Fachbehörden. Auf Landkreisebene leistet insbesondere die Untere Naturschutzbehörde bereits heute eine engagierte und wichtige Arbeit. Die Kommunen und Wasserzweckverbände leisten hier bereits vorbildliche Arbeit bei der Information und Bewusstseinsbildung, etwa durch Aufklärung über einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Wasser. |
Werden Sie sich für sichere Rad- und Fußwege an Kreisstraßen insbesondere in den Ortskernen einsetzen oder werden Sie die bestehende Benachteiligung gegenüber dem motorisierten Verkehr fortschreiben?
| Ja. Es gibt auch ein Radwegekonzept des Landkreises aus dem Jahr 2019, das sich Zug um Zug in der Umsetzung befindet. Diesbezüglich gibt es aber für die Gemeinden selbst oft bessere Möglichkeiten als für den Landkreis (insbesondere für die Innerortsbereiche aus Dorferneuerungs- oder Städtebauförderungsprogrammen). | Sichere Rad- und Fußwege sind ein wichtiger Bestandteil moderner Verkehrspolitik – gerade in den Ortskernen und entlang von Kreisstraßen. Auch hier sollte man die Situation aber differenziert betrachten: In den vergangenen Jahren wurden im Landkreis bereits zahlreiche Verbesserungen erreicht, etwa durch den Ausbau von Radwegen oder durch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Diese Entwicklung gilt es konsequent weiterzuführen. Allerdings lassen sich nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umsetzen. Projekte müssen sorgfältig geplant, finanziert und mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Mein Ziel ist eine ausgewogene und sichere Verkehrsplanung, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt – Fußgänger, Radfahrer ebenso wie den motorisierten Verkehr. |
Werden Sie die Verwendung von Recyclingmaterial sowohl bei Baumaßnahmen als auch in der Verwaltung unterstützen?
| Selbstverständlich. | Dies ist ein weiteres Beispiel für eine Zielsetzung, die wir als Freie Wähler zwar nicht weit oben auf unserer Agenda haben, die aber ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sehr gut vereinen kann. Ich bin daher gerne bereit, das als Landrat in einem guten Miteinander im Kreisrat voranzutreiben. |
Digitalisierung und Kultur
Werden unter Ihrer Führung Behördengänge digitaler?
| Ja, selbstverständlich. Aber es müssen auch weiterhin Mitarbeiter zur Verfügung stehen, für alle, die mit dem digitalen Weg nicht zurechtkommen. | Einfache Antwort: Ja! Aber nur für diejenigen, die das auch können und wollen. |
Wie wichtig ist Ihnen Erhalt und Förderung von Kreismuseum, Archäologie und Kulturförderung (z. B. Blueval)?
| Dies ist mir sehr wichtig. Deshalb werde ich sehr stark dafür arbeiten, dass sich unsere Wirtschaftskraft weiterhin positiv entwickelt, weil uns das in die Lage versetzt, auch diese Angebote bzw. Leistungen des Landkreises weiterzuentwickeln. | Hier gilt dasselbe wie für die Kreismusikschule: Kulturelle Einrichtungen und Ereignisse gehören nicht nur rein rechtlich zum Aufgabenspektrum des Landkreises, sie fördern auch regionale Lebensqualität und Identität. Aus meiner Sicht ist hier aber abzustufen: Die Bewahrung unseres kulturellen Erbes durch Archäologie und Museen ist nicht verhandelbare Pflichtaufgabe, die Unterstützung einzelner kultureller Veranstaltungen muss sich zumindest in ihrer Höhe aber an der allgemeinen Finanzsituation orientieren. |
