(ra) Ein Täter ohne Erklärung, ein Stück ohne einfache Antworten: Am Dienstag, 12. Mai, feiert das Schauspiel „Roberto Zucco“ Premiere am Theater Am Hagen in Straubing. Beginn ist um 19.30 Uhr, bereits um 18.45 Uhr gibt es eine Einführung im Foyer. Das Landestheater Niederbayern bringt damit eines der eindringlichsten Werke des französischen Dramatikers Bernard-Marie Koltès auf die Bühne.

Grundlage des Stücks ist die Geschichte des italienischen Serienmörders Roberto Succo, der 1988 europaweit gesucht wurde. Seine Taten, begangen ohne erkennbares Motiv, inspirierten Koltès zu seinem letzten Werk. Der Autor schildert darin die Verbrechen, die Flucht und das Ende des jungen Mannes – ohne moralische Einordnung, aber mit großer Intensität.

Der reale Succo schwieg zu seinen Taten und lieferte nie ein Motiv. Genau diese Leerstelle steht im Zentrum des Stücks: Die Figur Zucco bewegt sich wie ein rastloser, zerstörerischer Außenseiter durch eine Welt, die ihn nicht versteht. In 15 Szenen entsteht ein düsteres Panorama zwischen Realität, Mythos und Alltagskultur.

Autor zwischen Außenseitertum und Erfolg

Auch Koltès selbst galt als Außenseiter. Nach ersten journalistischen Arbeiten wandte er sich dem Theater zu und schuf Werke über Entfremdung, Einsamkeit und gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Uraufführung von „Roberto Zucco“ im Jahr 1989 erlebte er nicht mehr – er starb kurz zuvor an Aids.

In Landshut inszenieren Markus Bartl und Philipp Kiefer das Stück. Die Titelrolle übernimmt Stefan Merten. Das Team gilt als erfahren im Umgang mit anspruchsvollen und sperrigen Stoffen.

Karten sind über die Tourist-Info sowie online unter www.theater-am-hagen.de und an der Abendkasse erhältlich. Reservierungen sind jeweils ab einer Woche vor dem Vorstellungstermin möglich.