(ra) Beim Tag des offenen Denkmals ist am Sonntag die abgeschlossene Sanierung des Westflügels im Straubinger Herzogsschloss vorgestellt worden. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besichtigte gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Bezirksheimatpfleger Dr. Clemens Knobling die restaurierten Räume. Eine besondere Entdeckung machten die Fachleute während der Bauarbeiten: Hinter einer Wand kamen Reste einer barocken Wandmalerei zum Vorschein.

Der Rundgang begann im Rittersaal, der heute für Veranstaltungen genutzt wird. Das mittelalterliche Gebäude erfüllte einst mehrere Funktionen: Der Saal diente als Prunksaal, war zugleich aber auch Bestandteil der Stadtbefestigung. Sein Dachstuhl wurde von holländischen Handwerkern errichtet.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand der sanierte Westflügel. Dort entstanden unter anderem Lagerflächen und Künstlergarderoben. Auch der Agnes-Bernauer-Festspielverein erhält Räume für seinen Fundus in unmittelbarer Nähe zum Innenhof des Herzogsschlosses.
Barocke Malerei hinter einer Wand entdeckt
Während der Arbeiten stieß ein Architekt im Obergeschoss auf historische Wandmalereien. Ein Teil davon konnte freigelegt und auf die Zeit zwischen 1752 und 1760 datiert werden. Warum die Malerei wenig später durch eine Wand verdeckt wurde, ist bislang nicht geklärt.
In die Arbeiten einbezogen wurde außerdem die ursprünglich spätgotische Schlosskapelle. Auch dort wurden Teile früherer Fresken und Malereien wieder sichtbar gemacht.
Oberbürgermeister Pannermayr erinnerte daran, dass sich Straubing seit dem Beginn des bundesweiten Tags des offenen Denkmals 1993 an der Aktion beteiligt. Bezirkstagspräsident Heinrich hob bei seinem Besuch besonders die Verbindung von Denkmalschutz und heutiger Nutzung hervor.
