(ra). Fast jeder kennt das Gefühl, wenn das Herz plötzlich aus dem Takt gerät. Ein kurzes Stolpern, ein Aussetzer oder das Gefühl eines zusätzlichen Herzschlags kann beunruhigend sein. Tatsächlich erleben die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens solche Momente.
Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des normalen Rhythmus auftreten. Sie entstehen durch vorzeitige elektrische Impulse im Herzmuskel. Bei gesunden Menschen sind sie meist harmlos und werden oft durch Stress, Koffein oder Schlafmangel ausgelöst. Die Herzfrequenz normalisiert sich in der Regel schnell wieder von selbst. Viele Betroffene spüren diese zusätzlichen Schläge gar nicht bewusst oder nehmen sie nur als leichtes Flattern wahr.

Vorhofflimmern hingegen ist eine ernsthafte Herzrhythmusstörung. Dabei schlagen die Vorhöfe unkoordiniert und viel zu schnell. Das Blut wird nicht mehr effektiv in die Herzkammern gepumpt. Diese Störung erhöht das Risiko für Schlaganfälle erheblich und bedarf einer fachärztlichen Behandlung. Unbehandelt kann Vorhofflimmern zu einer dauerhaften Belastung des Herzens führen und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Typische Symptome richtig einordnen
Die Unterscheidung zwischen harmlosen und bedenklichen Herzrhythmusstörungen fällt oft schwer. Einzelne Extraschläge spüren Betroffene als kurzes Stolpern oder Aussetzen. Meist verschwinden diese Beschwerden wieder. Viele Menschen bemerken sie besonders in Ruhephasen oder beim Einschlafen. Der normale Herzrhythmus kehrt dabei ohne Behandlung zurück.
Vorhofflimmern äußert sich anders. Betroffene beschreiben oft ein anhaltendes Herzrasen oder unregelmäßiges Pochen in der Brust. Hinzu kommen häufig Luftnot, Schwindel und deutliche Leistungsschwäche. Manche Patienten verspüren ein beklemmendes Gefühl in der Brust oder werden schnell müde. Alltägliche Tätigkeiten wie Treppensteigen fallen zunehmend schwerer.
Ein wichtiger Unterschied liegt in der Dauer: Während Extrasystolen meist nur Sekunden andauern, kann Vorhofflimmern über Stunden oder sogar dauerhaft bestehen. Auch die Begleiterscheinungen geben Hinweise. Schweißausbrüche, Übelkeit oder ein Engegefühl in der Brust deuten auf eine ernsthafte Störung hin. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen, um die genaue Ursache zu bestimmen.
Risikofaktoren für ernsthafte Herzrhythmusstörungen
Bestimmte Vorerkrankungen und Lebensumstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Herzrhythmusstörungen deutlich. Menschen mit Bluthochdruck entwickeln häufiger Vorhofflimmern, da der erhöhte Druck die Herzstruktur verändert. Auch Diabetes mellitus belastet das Herz-Kreislauf-System und begünstigt Rhythmusstörungen. Die Kombination mehrerer Risikofaktoren verstärkt die Gefahr zusätzlich.
Übergewicht stellt einen weiteren bedeutsamen Risikofaktor dar. Das zusätzliche Körpergewicht belastet das Herz und kann zu strukturellen Veränderungen führen. Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für verschiedene Herzerkrankungen. Der Verzicht auf Nikotin kann das Risiko merklich senken.
Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere eine Überfunktion, können das Herz aus dem Takt bringen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente beeinflussen den Herzrhythmus negativ. Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten besonders achtsam sein. Wenn nahe Verwandte an Herzrhythmusstörungen leiden, steigt das eigene Risiko. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung wirkt präventiv und unterstützt die Herzgesundheit nachhaltig.
Der richtige Zeitpunkt für den Arztbesuch
Nicht jedes Herzstolpern erfordert sofortiges Handeln. Gelegentliche Extraschläge ohne weitere Beschwerden sind meist unbedenklich. Dennoch sollten Betroffene auf bestimmte Warnsignale achten, die eine zeitnahe ärztliche Abklärung erforderlich machen. Eine genaue Beobachtung der Symptome hilft bei der Einschätzung.
Anhaltende oder häufig wiederkehrende Rhythmusstörungen gehören immer untersucht. Besonders wenn zusätzliche Symptome wie Schwindel, Luftnot oder Brustschmerzen auftreten, ist Vorsicht geboten. In solchen Fällen ist die Untersuchung durch einen Spezialist für Kardiologie in Bayreuth entscheidend, um Gewissheit zu erlangen. Moderne diagnostische Verfahren ermöglichen eine präzise Einschätzung der Herzfunktion.
Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit oder starken Brustschmerzen sollte umgehend der Rettungsdienst gerufen werden. Auch neu auftretende Rhythmusstörungen bei Menschen über 60 Jahren oder mit bekannten Herzerkrankungen erfordern eine rasche Abklärung. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine effektive Behandlung und verhindert mögliche Komplikationen. Die moderne Kardiologie verfügt über verschiedene Untersuchungsmethoden, um die Ursache der Beschwerden präzise zu bestimmen. Selbst bei anfangs harmlos wirkenden Symptomen lohnt sich eine professionelle Einschätzung.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten
Die kardiologische Diagnostik beginnt meist mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Das Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und zeigt Rhythmusstörungen deutlich. Bei unklaren Befunden kommt oft ein Langzeit-EKG zum Einsatz, das die Herzaktivität über einen längeren Zeitraum aufzeichnet. Diese Methode ermöglicht es, auch seltener auftretende Störungen zu erfassen.
Ultraschalluntersuchungen des Herzens geben Aufschluss über die Struktur und Funktion der Herzklappen und -kammern. Bei Bedarf können weitere spezielle Untersuchungen wie eine Herzkatheteruntersuchung notwendig werden. Auch Belastungstests auf dem Ergometer liefern wichtige Informationen über die Leistungsfähigkeit des Herzens.
Die Behandlung richtet sich nach Art und Ursache der Rhythmusstörung. Harmlose Extrasystolen erfordern oft keine spezifische Therapie. Bei Vorhofflimmern kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die den Herzrhythmus stabilisieren oder die Herzfrequenz senken. In manchen Fällen kann eine Katheterablation sinnvoll sein, bei der die störenden Impulse gezielt verödet werden. Wichtig ist immer die individuelle Anpassung der Therapie an den einzelnen Patienten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sichern den Behandlungserfolg und ermöglichen rechtzeitige Anpassungen der Therapie.
