(ra) Der sofortige Rücktritt von Armin Grassinger als Bürgermeister von Dingolfing löst Bestürzung aus. SPD-Kreisvorsitzender und Kreisrat Dr. Bernd Vilsmeier nennt am Mittwoch die Entwicklung einen Weckruf. Anlass ist der am Dienstag angekündigte Schritt des Dingolfinger Rathauschefs.

„Wenn einem kommunalen Mandatsträger offenbar soviel Hass entgegenschlägt, dass er nicht nur für sich sondern auch für seine Familie eine Gefahr für Leib und Leben sieht, muss das für uns alle ein Weckruf sein“, erklärt Vilsmeier. Er betont, politische Debatten dürften hart geführt werden, aber nicht auf Kosten der Menschenwürde. „Wie unser Grungesetz deutlich sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar!“
Ehrenamt als Rückgrat der Demokratie
Vilsmeier erinnert daran, wie viele Menschen Kommunalpolitik in Bayern und Deutschland tragen. Fast 40.000 engagieren sich im Freistaat zumeist ehrenamtlich in Landkreisen, Städten und Gemeinden. Bundesweit sind es ungefähr 200.000, die neben Beruf, anderen Ehrenämtern und Familie für das Allgemeinwohl arbeiten.
Viele erleben persönliche Angriffe und anonyme Hetze. Das gefährdet die Bereitschaft zum Mitmachen – und damit die Demokratie vor Ort. „Aber nur durch dieses zusätzliche ehrenamtliche Engagement neben Beruf und Familie kann unsere Demokratie überhaupt lebendig sein“, so Vilsmeier.
Respekt und Rückhalt statt Drohkulisse
Der SPD-Kreisvorsitzende ruft zu einem Klima der Wertschätzung auf. Insbesondere ehrenamtlich aktive Kommunalpolitiker*innen bräuchten Unterstützung, Respekt und klare Solidarität. Es gehe um die Verteidigung demokratischer Kultur, damit Streit in der Sache möglich bleibt, ohne Menschen zu entwürdigen.
„Deshalb brauchen insbesondere unsere zumeist ehrenamtlich agierenden Kommunalpolitiker unser aller Unterstützung und Respekt. Denn es geht um unser aller Demokratie!“, betont Vilsmeier.
