(ra) Die neue Fußballsaison läuft – und mit ihr wächst bei vielen Fans wieder die Begeisterung für die eigenen Vereinsfarben. Doch auf Verkehrszeichen, Ampelanlagen oder Schaltschränken haben Sticker und Graffiti nichts verloren, warnt das Staatliche Bauamt Passau. Was für manchen Anhänger wie harmlose Fanliebe aussieht, kann die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, Arbeit verursachen und im Extremfall einen fünfstelligen Schaden nach sich ziehen.

Mit Farbe und großflächigen Aufklebern wurden die Plexiglasscheiben an diesen Lärmschutzwänden verunstaltet. Die Reinigung wird rund 16.000 Euro kosten. – Foto: Staatliches Bauamt Passau

Auch Lärm- und Sichtschutzwände bleiben von Vereinslogos, Aufklebern und Farbe nicht verschont. Für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien bedeutet deren Beseitigung zusätzliche Arbeit. Besonders kritisch sieht das Bauamt Veränderungen an Verkehrszeichen.

Warum die Rückseite eines Schildes grau sein muss

An der B 8 bei Atting wurde erst kürzlich ein beschmiertes Verkehrsschild ausgetauscht – nun wurde es erneut beschmiert. -Foto: Staatliches Bauamt Passau

Dabei geht es nicht nur um die Vorderseite. Gerade besprühte Rückseiten können problematisch werden. Sie sind bewusst grau gestaltet, damit Verkehrsteilnehmer auch aus größerer Entfernung eindeutig zwischen Vorder- und Rückseite eines Schildes unterscheiden können.

Die Farben der Wegweisung folgen festen Regeln: Gelb steht für Ziele an Staats- und Bundesstraßen, Weiß für innerörtliche oder gewerbliche Ziele, Blau für Autobahnziele und Braun für touristische Ziele.

Wird beispielsweise die graue Rückseite eines Verkehrsschildes von Fans blau angesprüht, kann sie aus der Entfernung mit der Vorderseite eines Autobahnwegweisers verwechselt werden. Nach Angaben des Bauamtes sind dadurch Irritationen, Fehlleitungen oder unnötige Bremsmanöver möglich.

Aufkleber liefern wichtige Informationen

Auch ein eher unscheinbarer Herstelleraufkleber auf der Rückseite der Verkehrszeichen erfüllt eine wichtige Funktion. Dort ist unter anderem das Baujahr vermerkt. Bei den regelmäßigen Streckenkontrollen können die Straßenmeistereien damit das Alter eines Schildes überprüfen.

Das ist für die Verkehrssicherheit relevant. Selbst wenn ein älteres Schild tagsüber noch einwandfrei erscheint, kann seine Reflexionswirkung nachlassen. Dann muss es ausgetauscht werden, damit es nachts im Scheinwerferlicht weiterhin zuverlässig zu erkennen ist.

Sticker und Graffiti können diese Angaben verdecken oder unleserlich machen. Je nach Beschädigung müssen Aufkleber und Farbe entfernt, die Rückseite neu beschichtet oder sogar das komplette Verkehrszeichen ersetzt werden.

Neues Verkehrsschild kann fünfstelligen Betrag kosten

Bei großen Verkehrszeichen kann eine vollständige Erneuerung nach Angaben des Staatlichen Bauamtes schnell einen fünfstelligen Betrag kosten. Hinzu kommt die Arbeitszeit der Straßenmeistereien für Reinigung und Reparatur.

Diese Zeit fehlt beim eigentlichen Straßenunterhalt und bei anderen Arbeiten für die Verkehrssicherheit. Das Bauamt macht deshalb deutlich, dass seine Straßenmeistereien „kein öffentlicher Putzdienst“ seien.

Bei Beschädigungen und Vandalismus bleibt es zudem nicht bei der Reinigung: Solche Fälle werden nach Angaben des Staatlichen Bauamtes ausnahmslos angezeigt.

Der Appell zum Start der Fußballsaison ist deshalb eindeutig: Vereinsfarben, Fanliebe und kreative Aktionen gehören ins Stadion – Verkehrszeichen und andere Verkehrseinrichtungen sollen frei von Stickern und Graffiti bleiben.