(jh) Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist nach übereinstimmenden Medienberichten tot in einem Berliner Hotel aufgefunden worden. Der Vorsitzende der Freien Wähler wurde 55 Jahre alt. Über die Todesursache liegen bislang keine Informationen vor.

Wie zunächst die „Bild“ berichtete, wurde Aiwanger am Mittwoch in einem Hotel in Berlin-Mitte tot entdeckt. Die Zeitung beruft sich auf Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und der Berliner Polizei. Auch die Deutsche Presse-Agentur erhielt nach vorliegenden Berichten entsprechende Informationen aus Regierungskreisen.
Bei Veranstaltung in Berlin nicht erschienen
Die Freien Wähler eröffneten am Mittwoch ihr Hauptstadtbüro in Berlin. Aiwanger nahm an der Veranstaltung nicht teil. Nach Medienberichten hatte die Partei sein Fernbleiben mit gesundheitlichen Gründen erklärt. Es soll ihm tagsüber schon nicht gut gegangen sein.
Hubert Aiwanger wurde am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach im Landkreis Landshut geboren. Seit November 2018 gehörte er als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident der bayerischen Staatsregierung an. Zudem führte er die Freien Wähler auf Landes- und Bundesebene.
Aiwanger führte die Freien Wähler seit 2006
Der gebürtige Niederbayer Hubert Aiwanger kam am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach zur Welt. Gemeinsam mit zwei Geschwistern wuchs er auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Rahstorf bei Rottenburg an der Laaber auf. Erste Erfahrungen im gesellschaftlichen Engagement sammelte er bereits als Jugendlicher in der Katholischen Landjugendbewegung. Nach dem Abitur und seinem Grundwehrdienst entschied sich Aiwanger für ein Landwirtschaftsstudium an der Fachhochschule Weihenstephan. Dort erwarb er 1995 den Abschluss als Diplom-Agraringenieur.
Seinen politischen Aufstieg begann Aiwanger bei den Freien Wählern. Im Jahr 2006 übernahm er den bayerischen Landesvorsitz, vier Jahre später auch die Führung der Bundespartei. Mit dem Einzug der Freien Wähler in den Bayerischen Landtag im Jahr 2008 erhielt er erstmals ein Landtagsmandat.
Den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn erreichte Aiwanger nach der Landtagswahl 2018. In der Koalitionsregierung mit der CSU übernahm er das Amt des bayerischen Wirtschaftsministers und wurde zugleich stellvertretender Ministerpräsident.
Weitere Einzelheiten zu den Umständen seines Todes waren am Mittwochabend zunächst nicht bekannt. Die Kripo ermittelt.
Erstes Statements der Freien Wähler
Florian Streibl, derVorsitzender der FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion erklärte zum Tod des bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger:
„Tief bestürzt, mit unendlich tiefer Trauer und Entsetzen müssen wir akzeptieren, dass unser Hubert Aiwanger viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Bayern wird ohne ihn ein anderes sein. Seine Menschlichkeit und Menschenliebe sowie seine Bürgernähe und sein lösungsorientiertes Handeln werden uns allen fehlen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seinen Kindern, Eltern, Partnerin und Angehörigen. Jetzt ist die Zeit der Trauer, des Gebets und des Abschieds. Zum Paradies mögen Engel dich geleiten und dich führen in die Heilige Stadt Jerusalem.“
