(ak) Was für ein Finish: Der FSV VfB Straubing hat am Freitagabend eine lange verloren geglaubte Bezirksligapartie gegen den FC Walkertshofen noch gedreht. Bis zehn Minuten vor Schluss führte der Außenseiter vor rund 130 Zuschauern mit 2:0, ehe Simon Hack, Imran Krasniqi und Max Plendl innerhalb weniger Minuten für die Wende sorgten. Mit dem 3:2 in der Nachspielzeit feierte Straubing schließlich einen kaum noch erwarteten Heimsieg.
„Die Zuschauer sahen ein sehr wildes Spiel, das von der Dramatik her kaum zu überbieten war“, sagte FSV VfB-Trainer Franz Koller anschließend. Seine Mannschaft sei gut gestartet, habe viel Ballbesitz gehabt, aber erneut ihre Großchancen nicht genutzt. Walkertshofen dagegen habe aus den ersten beiden Torschüssen zwei Treffer gemacht. „Diese Gegentreffer haben uns den Stecker gezogen.“
Dabei hätte die Partie für die Gastgeber kaum besser beginnen können. Bereits in der siebten Minute setzte sich Imran Krasniqi auf der linken Seite durch und spielte flach auf den am langen Pfosten lauernden Florian Folger. Der grätschte aus kurzer Distanz in den Ball, brachte ihn aber nicht über die Linie. Danach prüften Besmir Arifaj und Krasniqi Gästekeeper Nico Schultais, der beide Versuche entschärfte.
Zwei Chancen, zwei Tore für Walkertshofen
Nach gut einer Viertelstunde tauchten die Gäste erstmals gefährlich in der Straubinger Hälfte auf – und sofort klingelte es. Der Ball kam zu Christian Brandl, der von der Strafraumgrenze mit einem Schlenzer zum überraschenden 0:1 traf.
Der Gegentreffer zeigte Wirkung. Straubing hatte zwar weiterhin viel Ballbesitz, entwickelte daraus aber kaum noch Torgefahr. Technische Fehler schlichen sich ein, Ideen im Spiel nach vorne fehlten. Walkertshofen dagegen blieb gnadenlos effizient: Mit dem zweiten gefährlichen Abschluss der Gäste traf erneut Brandl zum 0:2.
Koller reagierte. Vor beziehungsweise kurz nach der Halbzeit brachte er mit Simon Hack, Nico Tavcar, Rayan Farjallah und Max Plendl mehrere junge Spieler. Die Wechsel sorgten zunehmend für neuen Schwung, auch wenn Chancen von Folger, Farjallah und Krasniqi zunächst ungenutzt blieben. Dann begann die Schlussphase, die kaum jemand im Stadion noch erwartet hatte.
Simon Hack gibt das Startsignal zur Aufholjagd
Zehn Minuten vor dem Ende behauptete Tom Liebherr nach einer Ecke von links den Ball im Strafraum und legte mit dem Rücken zum Tor auf Simon Hack zurück. Der zog aus rund 14 Metern ab und traf mit einem strammen Schuss zum 1:2.
Plötzlich war Straubing wieder da. Die Gastgeber erhöhten das Tempo, die Laufwege stimmten und auch die Kombinationen funktionierten wieder. Krasniqi hatte nach einem Solo bereits den Ausgleich auf dem Fuß, setzte seinen Abschluss freistehend aber noch über die Latte.
Wenig später machte er es besser. Einen Schuss von Liebherr konnte die Walkertshofener Defensive zunächst blocken, doch der Abpraller landete bei Krasniqi. Der nahm den Ball volley und traf zum 2:2.
Walkertshofen, das auch verletzungsbedingt zweimal wechseln musste, geriet nun immer stärker unter Druck. Straubing wollte plötzlich mehr als nur den Punkt.
Plendl trifft in der Nachspielzeit zum 3:2
Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Folger auf der rechten Seite energisch nach vorne zog und den Ball im Strafraum zu Farjallah brachte. Dessen flache Hereingabe erreichte am langen Pfosten Max Plendl. Mit der Zehenspitze lenkte er den Ball über den linken Innenpfosten zum 3:2 ins Netz – das Spiel war endgültig gedreht.
Eine letzte Möglichkeit blieb den Gästen noch. In der 94. Minute trat der zweifache Torschütze Brandl zu einem Freistoß aus rund 17 Metern an, setzte den Ball jedoch deutlich über das Straubinger Tor. Danach war der sechste Heimsieg des FSV VfB perfekt.
Koller sprach von einem glücklichen, angesichts der langen Ballbesitzphasen und der herausgespielten Chancen aber nicht unverdienten Erfolg. Besonders die eingewechselten jungen Spieler hätten entscheidenden Anteil an der Wende gehabt.
Nun wartet auf die Straubinger die nächste Herausforderung: Am Samstag, 3. Oktober um 14 Uhr tritt der FSV VfB beim aktuellen Tabellenführer FSV Landau an. Dort nimmt Kollers Mannschaft den nächsten Anlauf auf den ersten Auswärtssieg der Saison.
