(tn) Eine schmerzhafte Auswärtsniederlage musste der SV Türk Gücü Straubing am 16. Spieltag der Landesliga Mitte hinnehmen. Trotz langer Überzahl unterlag die Mannschaft von Spielertrainer Asllan Shalaj beim TSV Kareth-Lappersdorf mit 2:4 (0:1). Vor 200 Zuschauern bestraften die eiskalten Hausherren die Lücken in den Umschaltmomenten von Türk Gücü gnadenlos.

Nach zuvor sechs ungeschlagenen Spielen in Folge riss damit die stolze Serie der TG-Elf ausgerechnet auf der Zielgeraden der Hinrunde. Gleichzeitig bedeutete das Resultat das vorzeitige Ausscheiden für die Mannschaft in der ersten Runde des Verbandspokals.

Türk Gücü fand hervorragend in die Partie und übernahm auf dem Lappersdorfer Terrain früh das spielerische Kommando. Das nötige Matchglück fehlte der Gäste-Elf im ersten Durchgang jedoch komplett: Gleich zweimal verhinderte das Aluminium bei einem Doppel-Lattentreffer in der 16. Minute die verdiente Führung für die Gäste. Stattdessen schlug Kareth-Lappersdorf in der 31. Minute mit der ersten echten Aktion zu, als Flynn Megerle nach unentschlossenem Abwehrverhalten der Straubinger Hintermannschaft zum 1:0 abschloss. Kurz vor dem Pausenpfiff schwächten sich die Gastgeber jedoch selbst, als Torschütze Megerle wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (45.+2).

Mit einem Mann mehr auf dem Feld drängte Türk Gücü nach dem Seitenwechsel und gezielten personellen Korrekturen auf den Ausgleich. In der 53. Minute belohnte Top-Torjäger Almir Mesanovic die Bemühungen, als er nach einer starken Vorarbeit über die Außenbahn von Lefter Cuku zum 1:1 einnetzte. Die Freude währte jedoch nur drei Minuten: Nach einer Ecke verteidigte die TG-Abwehr nur unzureichend, sodass Paul Nowack den TSV wieder mit 2:1 in Front brachte (56.). Im Anschluss entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch. Die Riesenchance zum erneuten Ausgleich vergab Mesanovic in der 79. Minute tragisch, als er den gegnerischen Keeper bereits ausgespielt hatte, das Leder aus spitzem Winkel jedoch nur an das Außennetz setzte.

Kareth-Lappersdorf bestrafte den Chancenwucher eiskalt und erhöhte durch den eingewechselten Thomas Schmidt nach einem Konter auf 3:1 (85.). Türk Gücü bewies dennoch Moral und verkürzte nur 120 Sekunden später durch einen von Asllan Shalaj sicher verwandelten Foulelfmeter auf 3:2 (87.). In der dramatischen Schlussphase warf Türk Gücü alles nach vorne, fing sich nach einem kapitalen Fehlpass im Spielaufbau durch Tobias Hoch jedoch in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer zum 4:2-Endstand (90.+2). Trotz der Niederlage bleibt man als Aufsteiger mit 28 Punkten auf einem starken, vorübergehenden, vierten Tabellenplatz im oberen Drittel etabliert.

„Von der Mannschaftsleistung zu wenig“

Co-Spielertrainer Tobias Richter sparte nach dem Abpfiff nicht mit kritischen Worten, richtete den Blick jedoch direkt wieder nach vorne:

„Wir starten gut ins Spiel mit den besseren Chancen und zwei Lattentreffern, können die Chancen leider nicht nutzen und geraten in Rückstand, weil wir nicht mit voller Entschlossenheit die Aktion verteidigen. Nach der gelb-roten Karte machen wir den Ausgleich, verteidigen bei einem Eckball wiederum nicht optimal und geraten wieder in Rückstand. Leider treffen wir dann bei leerem Tor nur das Außennetz. Ansonsten läuft das Spiel wahrscheinlich anders. Das dritte und vierte Gegentor dürfen wir in Überzahl niemals so kassieren. Alles in allem war das heute von der Mannschaftsleistung her zu wenig. Wir stehen dennoch als Aufsteiger gut da und beschäftigen uns nicht lange mit der Niederlage, sondern wollen nächste Woche wieder konzentriert arbeiten und nach drei Auswärtsspielen wieder beim Heimspiel punkten.“

Bereits jetzt lässt sich festhalten, dass sich Türk Gücü als Aufsteiger in dieser Liga herausragend etabliert hat. Gelegenheit zum Abschluss einer bemerkenswerten ersten Halbserie bietet sich am kommenden Samstag um 16:00 Uhr, wenn die Mannschaft im heimischen Stadion den großen 1. FC Passau empfängt. Mit dieser Partie beschließt die TG-Elf die Vorrunde, in der man dann gegen jeden Konkurrenten einmal angetreten ist.